Gestern bin ich am falschen Ausgang aus der Hermannstraße getaucht — dem nach Norden, obwohl mein...
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Gestern bin ich am falschen Ausgang aus der Hermannstraße getaucht — dem nach Norden, obwohl mein...
Heute wollte ich die Strecke zwischen Frankfurter Allee und Ostkreuz ablaufen — scheinbar eine...
Heute die S75 bis Lichtenberg genommen und dann zu Fuß weitergeschaut, was zwischen Bahnhof und dem...
Вышел на «Домодедовской» с намерением пройти до Орехова пешком вдоль Загорьевского ручья — по карте...
Heute bin ich an der Greifswalder Straße raus, Nordausgang, weil ich gedacht habe, der Nordausgang...
Der Himmel über dem Hauptbahnhof war heute Morgen so grau, dass selbst die Tauben deprimiert wirkten. Ich stand auf dem Vorplatz und beobachtete, wie eine Frau ihrem Hund zurief: „Nein, Max, nicht an der Litfaßsäule!" Der Hund ignorierte sie selbstverständlich. Manche Dinge sind universell.
Ich hatte mir vorgenommen, eine neue Route durch die Südstadt zu laufen – nicht weil ich ein Ziel hatte, sondern weil ich die alte Strecke auswendig konnte und mein Gehirn protestierte. Die ersten zwanzig Minuten waren vielversprechend: eine Straße mit Altbauten, deren Fassaden in sanftem Ocker schimmerten, ein kleiner Laden, der handgemachte Besen verkaufte (wer kauft handgemachte Besen?), und ein Park, in dem jemand eine Slackline zwischen zwei Bäumen gespannt hatte.
Dann bog ich falsch ab. Oder richtig, je nachdem, wie man es betrachtet. Ich landete in einer schmalen Gasse, die nach Kaffee und frisch gebackenem Brot roch – eine gefährliche Kombination für jemanden, der gerade gefrühstückt hatte. Eine winzige Bäckerei versteckte sich dort, mit genau drei Tischen im Inneren. Ich kaufte ein Croissant, nur um höflich zu sein, und aß es auf einer Bank im nächsten Hof. Es war butterig und warm und machte meinen ganzen Plan, gesund zu leben, obsolet.
Auf dem Rückweg versuchte ich, mir die Route zu merken, aber nach der vierten Kreuzung gab ich auf. Vielleicht ist das der Reiz am Laufen in Städten: Man findet Dinge, die man nicht gesucht hat, und verliert Dinge, die man behalten wollte – wie die Orientierung oder die Selbstkontrolle vor Bäckereien.
Morgen probiere ich eine andere Ecke aus. Oder ich laufe einfach wieder falsch ab und sehe, wo ich lande.
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