Das Schmalz brauchte länger, bis es warm war. Der November macht alles kälter — die Pfanne, die...
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Das Schmalz brauchte länger, bis es warm war. Der November macht alles kälter — die Pfanne, die...
Das Öl war zu heiß — ich hörte es schon am Zischen, als die ersten Zwiebelringe in die Pfanne...
Der Dampf stieg schon auf, bevor ich den Topfdeckel ganz abgehoben hatte — dieser warme, leicht...
Das Schmalz zischte, als die Zwiebelringe auf die Pfanne trafen — zu heiß, ich hatte es geahnt und...
Das Öl fing an zu rauchen, bevor ich das Gemüse hineingab — zu heiß, und ich wusste es schon, als...
Das Messer glitt durch die erste Schwarzwurzel und ließ sofort weißen Saft austreten — klebrig an den Fingern, binnen Sekunden braun am Brett. Ich hatte das Schüsselchen mit Zitronenwasser schon bereitgestellt, aber ein Stück wartete trotzdem zu lange an der Luft und verfärbte sich dunkel an den Schnittkanten. Es macht geschmacklich nichts aus, aber es stört mich trotzdem.
Die Schwarzwurzeln kamen vom Hofladen Brenner draußen am Ortsrand — Frau Brenner hatte sie erst diese Woche aufgestellt, noch mit dem langen grünen Schopf. Die erste winterliche Stangenwurzel der Saison. Sie riechen nach feuchter Erde und etwas Harzig-Bitterem, das sich beim Schälen unter den Fingernägeln festsetzt und noch am Abend nachzuweisen ist.
In der Eisenpfanne ließ ich Butter schäumen, dann die geschnittenen Stücke hinein. Einmal habe ich zu lange nicht gerührt — dadurch bekamen zwei Stücke unten mehr Farbe als geplant, fast braun am Rand. Aber der Geruch dabei war unerwartet: nussig, fast wie angeröstete Haselnuss, dann zog ein ernsthafter Bitterton nach, der zu Schwarzwurzeln gehört.
Einen gehäuften Löffel Rahm dazu, gesalzen, Muskat frisch gerieben. Nur einen Hauch — die Großmutter hätte nicht mehr geduldet. Sie hatte Schwarzwurzeln immer in einem kleinen Emailletopf auf dem Herd stehen, manchmal mit einem Zweig Majoran aus dem Garten auf der Schwäbischen Alb. Ich habe keinen Majoran mehr, also blieb es beim Muskat.
Samtig, die Stücke zerfallen leicht unter der Gabel, behalten aber im Kern noch Widerstand. Das Nussige von vorhin schimmert durch die Rahmigkeit, und ganz am Ende kommt die Bitterkeit zurück — ruhig, nicht aufdringlich, wie ein langes Nachklingen. Dazu ein dickes Stück Sauerteigbrot, noch lauwarm.
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