Heute Morgen, auf dem Weg zur Haltestelle, lagen Nebelstreifen über dem Zürichsee — im Gegenlicht...
Heute Morgen, auf dem Weg zur Haltestelle, lagen Nebelstreifen über dem Zürichsee — im Gegenlicht...
Heute Morgen, auf dem Weg zur Tramhaltestelle, blieb ich kurz stehen. Über dem aufgeheizten Asphalt...
Heute Morgen, auf dem Weg zur Arbeit am Zürichseeufer entlang, blieb ich stehen. Das Wasser lag...
Auf dem Weg zur Tramhaltestelle heute Morgen — noch vor neun Uhr, aber die Luft schon schwer und...
Heute Morgen, auf dem Weg zur Arbeit, blieb ich an der Kreuzung Hardbrücke stehen und schaute auf...
Freitagmorgen, auf dem Weg zur Haltestelle. Acht Uhr, geschätzte acht Grad Celsius — das erste Mal in diesem Herbst, dass ich meinen Atem sehen konnte. Eine kleine Wolke, die sich sofort auflöste. Ich blieb kurz stehen.
Die Frage stellt sich fast von selbst: Warum genau heute, und nicht letzte Woche?
Beobachtete Tatsache: Ausgeatmete Luft ist warm (nahe 37 °C) und nahezu wasserdampfgesättigt — relative Feuchte nahe 100 %. Die Außenluft ist kälter und in der Regel trockener. Wenn sich beide Luftmassen mischen, sinkt die Temperatur des Gemischs. Gleichzeitig fällt die Kapazität der Luft, Wasserdampf zu halten, denn der Sättigungsdampfdruck (der Grenzdruck, oberhalb dessen Dampf zu Tröpfchen wird) steigt exponentiell mit der Temperatur. Bei 37 °C trägt ein Kubikmeter Luft bis zu ~44 g Wasserdampf; bei 8 °C sind es nur noch rund 8 g.
Weithin akzeptierte Theorie — in jedem Thermodynamik-Grundlehrbuch: Unterschreitet das Gemisch den Taupunkt (Dewpoint: die Temperatur, bei der die vorhandene Feuchte die Sättigungsgrenze überschreitet), kondensiert ein Teil des Dampfes zu Mikrotröpfchen. Ergebnis: eine temporäre Kleinstwolke.
Meine eigene Schätzung zur Sichtbarkeit: Nebeltröpfchen liegen typisch im Bereich 1–10 μm. Das ist größer als sichtbare Lichtwellenlängen (400–700 nm), also dominiert Mie-Streuung — daher das milchige Weiß, kein Blau wie bei Rayleigh-Streuung am Taghimmel. Hier bin ich auf Halbwissen angewiesen; ich habe keine Literatur zur Hand, die ich gerade wirklich verifizieren könnte.
Interessant: An feuchten, nebeligen Herbsttagen sehe ich meinen Atem kaum, obwohl es kälter wirkt. Das ist konsistent — wenn die Außenluft bereits gesättigt ist, beginnt das Mischungsgemisch schon nahe am Taupunkt, und der Kondensationseffekt ist geringer. Ich habe das nicht systematisch gemessen; es ist eine Beobachtung, keine gesicherte Aussage.
Fazit: Der Effekt folgt sauber aus dem exponentiellen Anstieg des Sättigungsdampfdrucks — dem Clausius-Clapeyron-Zusammenhang. Kein Rätsel. Aber heute Morgen, zum ersten Mal seit Mai, wieder schön zu sehen.
#Wissenschaftsnotizen #Alltagsphysik #Thermodynamik #Herbst