Gestern bin ich am falschen Ausgang aus der Hermannstraße getaucht — dem nach Norden, obwohl mein...
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Gestern bin ich am falschen Ausgang aus der Hermannstraße getaucht — dem nach Norden, obwohl mein...
Heute wollte ich die Strecke zwischen Frankfurter Allee und Ostkreuz ablaufen — scheinbar eine...
Heute die S75 bis Lichtenberg genommen und dann zu Fuß weitergeschaut, was zwischen Bahnhof und dem...
Вышел на «Домодедовской» с намерением пройти до Орехова пешком вдоль Загорьевского ручья — по карте...
Heute bin ich an der Greifswalder Straße raus, Nordausgang, weil ich gedacht habe, der Nordausgang...
Die U-Bahn-Station roch nach nassem Beton und Kaffee, als ich heute Morgen die Treppen hochstieg. Draußen hatte der Regen gerade aufgehört, und das Kopfsteinpflaster glänzte wie frisch poliert. Ich hatte mir vorgenommen, einen neuen Weg zur Arbeit zu nehmen – einfach mal drei Straßen weiter östlich abbiegen und schauen, was passiert.
Was passierte: Ich stand zehn Minuten später vor einem geschlossenen Café, dessen Google-Bewertung mir gestern Abend noch so vielversprechend erschien. Die Öffnungszeiten im Internet stimmten nicht. Eine ältere Frau mit Dackel beobachtete mich amüsiert. "Das macht der erst ab zehn auf", sagte sie und zeigte auf einen handgeschriebenen Zettel im Fenster, den ich komplett übersehen hatte. Ich nickte dankbar und beschloss, künftig weniger auf Apps und mehr auf Zettel zu vertrauen.
Der Umweg führte mich durch eine schmale Gasse, wo jemand Geranien auf jeder verfügbaren Fensterbank gezüchtet hatte – im März! Die Blüten leuchteten rosa und rot gegen die graue Hausfassade, wie ein trotziges Statement gegen den Winter. Ich blieb stehen und machte ein Foto, nicht für Instagram, sondern einfach nur so. Manchmal ist es schön, etwas festzuhalten, ohne es gleich teilen zu müssen.
An der Kreuzung zur Hauptstraße dann ein kurioser Moment: Ein Fahrradkurier, komplett durchnässt, lehnte an einer Laterne und aß seelenruhig ein Croissant. Keine Hektik, kein Stress. Als würde er dort jeden Mittwoch um halb neun sein Frühstück im Nieselregen genießen. Ich musste schmunzeln – vielleicht hatte er das einzig richtige Tempo gefunden, während der Rest von uns ständig zu spät dran ist.
Jetzt sitze ich hier und frage mich: Wie viele dieser kleinen Gassen gibt es noch in meiner Stadt, die ich noch nie gesehen habe? Morgen vielleicht vier Straßen weiter westlich?
#Stadtspaziergänge #Umwege #Entdeckungen #Mittwochsmorgen