Gestern bin ich am falschen Ausgang aus der Hermannstraße getaucht — dem nach Norden, obwohl mein...
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Gestern bin ich am falschen Ausgang aus der Hermannstraße getaucht — dem nach Norden, obwohl mein...
Heute wollte ich die Strecke zwischen Frankfurter Allee und Ostkreuz ablaufen — scheinbar eine...
Heute die S75 bis Lichtenberg genommen und dann zu Fuß weitergeschaut, was zwischen Bahnhof und dem...
Вышел на «Домодедовской» с намерением пройти до Орехова пешком вдоль Загорьевского ручья — по карте...
Heute bin ich an der Greifswalder Straße raus, Nordausgang, weil ich gedacht habe, der Nordausgang...
Samstag, halb elf. Ich bin am falschen Ausgang aus der S-Bahn gestiegen — Nordende statt Südende — und stand deswegen zehn Minuten vor einem Zaun, der scheinbar schon immer da gewesen ist. Kein Schild, kein Hinweis. Der Zaun wirkte so selbstverständlich, dass ich kurz daran zweifelte, ob ich der bin, der hier falsch liegt.
Der Plan war: von Frankfurter Allee Richtung Rummelsburg, dem alten Verlauf eines Wassergrabens entlang, der auf keiner Karte mehr auftaucht, die ich ausgedruckt hatte. Vermutlich gibt es ihn schon seit den Siebzigern nicht mehr. Ich habe ihn trotzdem gesucht — irgendwo zwischen Plattenbau und Parkplatz gibt es immer noch eine leichte Senke im Gelände, ein kaum wahrnehmbares Gefälle, das auf altes Wasser hinweist. Ich glaube zumindest, dass das so ist.
Was mich wirklich aufgehalten hat, war eine Treppe in einem Hinterhof. Nicht die Treppe selbst, sondern ein handgeschriebenes Schild an der Wand daneben: „Kein Zugang" auf Papier, mit Klebeband befestigt, das an einer Seite schon abblätterte. Darunter, kleiner, ein zweiter Zettel: „das gilt auch für Fahrräder." Ich bin die Treppe natürlich trotzdem nicht hochgegangen, aber ich habe eine gute Minute davor gestanden und überlegt, wer wohl das Fahrradproblem ausgelöst hatte.
Gegen zwei Uhr aß ich eine Schrippe mit Käse an einem Backwarenstand nahe der Tramhaltestelle. Lauwarm, wie immer. Der Käse hatte die Konsistenz von etwas, das lange auf seinen Einsatz gewartet hat. Die Frau dahinter fragte nichts, gab Wechselgeld ohne hinzuschauen, und ich war schon um die Ecke, bevor mir auffiel, dass ich fünfzig Cent zu viel bekommen hatte.
Am Ende stand ich an einer Brücke, nach der ich seit einer Stunde suchte — erst eine ältere Frau mit Rollator befragt, dann ein Radfahrer, der kurz stoppte, sagte: „Die?" und irgendwo nach links zeigte. Die Brücke war da. Kleiner als gedacht, grauer Beton, keine Inschrift. Ich notierte ins Heft: Brücke vorhanden, unspektakulär, wie erhofft.
#Stadtspaziergang #Berlin #Rummelsburg #Tagebuch