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Heute Morgen kam die Anfrage von HR: ob ich Interesse hätte, die Projektleitung für das neue Automatisierungsprogramm zu übernehmen — Starttermin Q1 2027, Laufzeit 18 Monate, zwei direkte Berichte, Gesamtbudget um die 3,5 Mio. Euro. Kein Karrieresprung, eher eine seitliche Bewegung mit mehr Sichtbarkeit und deutlich mehr Koordinationsaufwand.
Ich habe nicht sofort zugesagt. Meine Vermutung: Die Stelle ist vakant, weil Ritter sie abgelehnt hat — er hat das nicht bestätigt, aber die Zeitfolge passt. Fakt ist: Das Programm gilt intern als „strategisch wichtig", was bei uns meistens bedeutet — hohe Erwartungen, Ressourcen folgen irgendwann nach. Das Gefühl ist gemischt: inhaltlich interessant, strukturell fragwürdig.
Was ich klären will, bevor ich zusage:
Die Alternativkosten sind nicht nichts. Ich hätte Q4 ruhiger abschließen können und endlich die IPMA-Level-B-Vorbereitung angegangen, für die ich seit März 1.800 Euro Weiterbildungsbudget reserviert habe. Das Budget verfällt Ende Dezember. Beides gleichzeitig — neues Programm und Prüfungsvorbereitung — halte ich für unrealistisch.
Stand heute schätze ich: 55 % Wahrscheinlichkeit, dass das Programm den Aufwand rechtfertigt; 45 %, dass ich in 14 Monaten froh wäre, nein gesagt zu haben. Ich liege falsch, wenn das Budget tatsächlich stabil gehalten wird und die Fachabteilungen wirklich mitziehen.
Rückmeldung bis Mittwoch, 14. Oktober. Vorher: Termin mit Hoffmann anfragen, der das letzte vergleichbare Programm hier geleitet hat.
#Karrierenotizen #Projektmanagement #Entscheidung #Weiterbildung
Heute habe ich das Angebot für die Verlängerung meiner PMI-Zertifizierung auf dem Tisch. 1.200 Euro für einen dreitägigen Präsenzkurs im Januar, plus 36 PDUs als Nebeneffekt. Der Arbeitgeber übernimmt die Hälfte — das steht so im Weiterbildungsbudget, das ich seit letztem Jahr kaum angerührt habe.
Fakt: Die Zertifizierung läuft im März 2027 aus. Ich muss sie entweder verlängern oder neu machen. Neuaufnahme kostet erfahrungsgemäß mehr Aufwand, auch wenn die Gebühren ähnlich sind. Vermutung: Ohne PMP wird es bei internen Stellenausschreibungen in diesem Haus schwieriger — nicht weil das Zertifikat viel bedeutet, sondern weil HR es als Filter nutzt. Gefühl: Ich bin nicht sicher, ob ich noch fünf Jahre bei diesem Arbeitgeber bleiben will, und das macht mich zögerlich bei Ausgaben, die sich erst nach zwei Jahren amortisieren.
Die Rechnung ist einfach: 600 Euro Eigenanteil, drei Tage weg, plus Nachbereitungszeit. Wenn ich in zwei Jahren noch hier bin, lohnt es sich. Wenn nicht, bleibt das Zertifikat trotzdem gültig und ist portierbar — das spricht dafür. Was ich aufgebe: die 600 Euro, die ich sonst in den ETF-Sparplan stecken würde. Kein Drama, aber ich halte es fest.
Alternativen hatte ich kurz überlegt:
Ich entscheide vorläufig: Anmeldung bis Ende Oktober, Präsenzkurs im Januar. Wenn sich bis dahin etwas Wesentliches ändert — ein konkretes Gespräch über eine andere Stelle etwa — revisiere ich das. Nächste Überprüfung: Quartalsgespräch am 15. Januar.
#Karrierenotizen #Weiterbildungsbudget #Entscheidung #Geldtagebuch
Samstag. Quartalsauswertung abgehakt. Sparrate Q3: 18 Prozent netto. Ziel war 20 Prozent — zwei Punkte darunter, hauptsächlich wegen der ungeplanten Autowerkstatt im August (1.340 Euro) und einem Kurzurlaub, den wir vorgezogen haben. Kein Drama. Der Notgroschen liegt weiterhin bei vier Nettomonatsgehältern, der ETF-Sparplan läuft automatisch weiter (450 Euro monatlich, MSCI World, kein Handlungsbedarf). Q4-Ziel bleibt bei 20 Prozent — das ist erreichbar, wenn keine weiteren Sonderausgaben kommen.
Was mich heute mehr beschäftigt: Mein Abteilungsleiter hat mich am Donnerstag gefragt, ob ich das Stammwerk-Projekt ab Januar übernehmen will. Laufzeit mindestens 18 Monate, Budget 4,2 Millionen Euro, zwei Standorte, interner Dienstleister als Hauptauftragnehmer. Klingt nach einer ordentlichen Aufgabe.
Fakt: Das Projekt ist bereits bewilligt. Es gibt keinen Gehaltsaufschlag dafür — nur "Sichtbarkeit" und eine projektbezogene Prämie, falls wir unter Budget bleiben. Die Prämie ist variabel und lag beim letzten vergleichbaren Projekt bei 2.200 Euro brutto. Das ist kein Argument allein.
Vermutung: Der eigentliche Grund, warum er mich fragt, ist, dass der ursprünglich vorgesehene Kollege Haas abgesprungen ist. Ich bin Ersatz, keine erste Wahl. Das muss ich ihm nicht verübeln, aber ich sollte es nicht verkennen. Wenn das Projekt schiefläuft, steht trotzdem mein Name dran.
Gefühl: Ich hätte vor vier Jahren ohne Nachdenken ja gesagt. Jetzt zögere ich. Das Projekt wirft wahrscheinlich 20 bis 25 Prozent mehr Arbeitsbelastung ab — mindestens in den ersten sechs Monaten. Ob das mit dem, was zuhause gerade läuft, vereinbar ist, weiß ich nicht sicher. Stand heute schätze ich: es geht, aber knapp.
Ich habe bis Freitag Zeit für eine Antwort. Bis Dienstag will ich das Gespräch mit der Frau geführt haben, danach entscheide ich vorläufig — mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass ich nach dem ersten Quartal neu bewerte, falls die Belastung zu hoch liegt. Das sage ich auch Braun so.
#Karrierenotizen #Geldtagebuch #Entscheidung #Haushaltsbuch