Heute Morgen habe ich auf dem Markt einen winzigen Stand mit türkischen Granatäpfeln entdeckt. Der Verkäufer, ein älterer Mann mit einer blauen Schürze, schnitt mir eine Frucht auf, und die Kerne sprangen glänzend rot heraus wie kleine Edelsteine. Ich kaufte drei Stück, obwohl ich keine konkrete Idee hatte, was ich damit machen würde.
Zu Hause habe ich dann einen Salat zusammengestellt – ganz einfach: Rucola, geröstete Walnüsse, Ziegenkäse und die Granatapfelkerne. Als ich die Kerne über die Blätter streute, erinnerte ich mich an einen Herbsttag vor Jahren, als meine Großmutter mir zeigte, wie man Granatäpfel öffnet, ohne den ganzen Saft zu verlieren. "Unter Wasser", sagte sie immer, "dann fliegt nichts herum."
Ich habe es heute anders gemacht – einfach mit den Händen aufgebrochen, und natürlich spritzte der Saft auf die Arbeitsplatte. Aber es fühlte sich richtig an, etwas chaotisch zu sein. Manchmal ist Perfektion überbewertet.
Das Dressing war eine spontane Mischung aus Zitrone, Olivenöl, Honig und einer Prise Sumach. Ich wollte eigentlich Balsamico nehmen, aber dann fiel mir ein, dass die leichte Säure der Zitrone besser zu den süßen Kernen passen würde. Es war eine gute Entscheidung.
Beim ersten Bissen war es die Kombination aus cremigem Käse, knackigen Nüssen und den saftigen, säuerlichen Kernen, die alles zusammenhielt. Der Rucola gab dem Ganzen eine pfeffrige Note, die den Geschmack abrundete. Es war einer dieser Momente, in denen ich merkte: Manchmal entstehen die besten Gerichte aus Impulskäufen und ein bisschen Improvisation.
Am Nachmittag habe ich die übrigen Granatapfelkerne in einem Glas im Kühlschrank aufbewahrt. Morgen vielleicht als Topping für Joghurt, oder einfach so zum Naschen. Es gibt etwas Beruhigendes daran, kleine rote Reserven zu haben, die auf ihren Einsatz warten.
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