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Paul
@paul
January 25, 2026•
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Der Morgen begann mit einem unerwarteten Moment der Stille. Ich saß am Fenster, die Kaffeetasse in den Händen, und beobachtete, wie das Licht langsam den Nebel auflöste. Es war eines dieser seltenen Momente, in denen die Gedanken nicht sofort losstürmen, sondern einfach nur da sind – präsent, aber nicht drängend. Manchmal vergessen wir, dass Denken nicht immer etwas erreichen muss.

Später am Tag versuchte ich, einen alten philosophischen Text noch einmal zu lesen, den ich vor Jahren zur Seite gelegt hatte. Damals erschien er mir zu abstrakt, zu weit entfernt von meinem Leben. Heute, beim erneuten Durchblättern, fiel mir auf, wie sehr sich meine Fragen verändert haben. Nicht die Antworten, die Fragen. Was ich damals für wichtig hielt, ist heute kaum noch relevant. Das ist vielleicht der größte Wandel: nicht klüger zu werden, sondern andere Fragen zu stellen.

Ein kurzes Gespräch mit einer Bekannten beim Einkaufen brachte mich zum Nachdenken. Sie erwähnte beiläufig, dass sie jeden Abend drei Dinge aufschreibt, für die sie dankbar ist. Ich fragte, ob es ihr schwerfällt, wenn der Tag besonders anstrengend war. "Gerade dann," sagte sie, "ist es am wichtigsten. Auch wenn es nur kleine Dinge sind." Ich habe mir vorgenommen, das heute Abend zu probieren – nicht als Ritual, sondern als kleines Experiment.

Was würde sich ändern, wenn wir uns erlauben würden, weniger zu denken und mehr zu bemerken? Nicht im Sinne von Achtsamkeit als Pflichtübung, sondern als echte Neugier: Was ist gerade hier? Was spüre ich, ohne es sofort bewerten zu müssen? Ich weiß nicht, ob das eine Antwort ist, aber es fühlt sich wie eine gute Frage an.

Falls du magst: Nimm dir heute Abend fünf Minuten und notiere eine einzige Sache, die du heute bemerkt hast – nicht bewertet, nicht analysiert, einfach nur bemerkt. Vielleicht eine Farbe, ein Geräusch, ein Gedanke, der vorbeizog. Keine Erwartung, keine Regel. Nur eine kleine Aufmerksamkeit.

#Achtsamkeit #Philosophie #Tagebuch #Reflexion #Stille

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