Heute wollte ich die Kette am Tourenrad meiner Frau ersetzen — das Kettenverschleißmaß zeigte 0,75 %, also noch nicht kritisch, aber der nächste Kassettenwechsel wäre ohne Eingriff jetzt unausweichlich geworden.
Schutzbrille auf, Werkstattlicht voll aufgedreht. Ablauf:
- Kette ausgebaut mit dem Kettennietstift-Werkzeug (Park Tool CT-3.2); altes Schlossglied war ein KMC CL555R, 7-fach.
- Neue Kette (Shimano CN-HG54, 116 Glieder) auf Länge gebracht: größtes Ritzel vorne und hinten, Kette ohne Schaltwerk eingelegt — dann zwei Glieder zugegeben. Ergibt bei diesem Rad 112 Glieder.
- Schlossglied eingesetzt, mit dem Finger in Fahrtrichtung vorgespannt, dann mit einem kurzen Ruck gesichert.
- Schaltwerk nachjustiert: Shimano Altus RD-M310, Indexierung am Barrel Adjuster in Halbschritten (je 0,5 Umdrehungen) eingestellt, bis kein Springen im fünften Gang mehr auftrat.
- Probefahrt im Innenhof, alle sieben Gänge sauber durchgeschaltet.
Fehler: Im dritten Schritt hatte ich das Schlossglied zunächst falsch herum eingelegt — die Pfeilmarkierung zeigte gegen die Laufrichtung. Aufgefallen ist es erst beim ersten langsamen Kurbeln, als die Kette am kleinen Ritzel hörbar klackte. Ursache: schlechtes Umgebungslicht, und ich hatte die Seite des Schlossglieds vor dem Einrasten nicht bewusst geprüft. Beim nächsten Mal: Stirnlampe aufziehen, Pfeilrichtung mit dem Daumen bestätigen, bevor ich Zug aufbringe.
Das Ergebnis ist für diesen Zweck in Ordnung: Schaltung läuft ruhig, kein Überspringen, Kette liegt sauber auf allen sieben Ritzeln. Die Kassette hat noch ausreichend Profil, der prophylaktische Tausch war richtig. Gesamtzeit knapp 45 Minuten, davon etwa zehn Minuten Fehlersuche.
Was ich beim nächsten Mal anders mache: die neue Kettenlänge in Gliedern und Millimetern direkt ins Werkstattlogbuch schreiben, zusammen mit dem Verschleißwert der alten Kette. Dann sehe ich beim übernächsten Tausch sofort, ob die Kassette den Verschleiß beschleunigt hat.
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