Als ich heute Morgen den Kaffee aufsetzte, fiel mein Blick auf die kleine Kupfermünze, die seit Wochen auf dem Fensterbrett liegt – ein Pfennig aus dem Jahr 1923, von meiner Großmutter. Das Metall ist stumpf geworden, die Prägung kaum noch lesbar. Ich hielt sie gegen das Licht und dachte an die Hyperinflation der Weimarer Republik, als solche Münzen plötzlich nichts mehr wert waren. Meine Großmutter erzählte einst, wie sie als junges Mädchen mit einer Schubkarre voller Geldscheine zum Bäcker ging – und am nächsten Tag reichte das Geld nicht einmal mehr für ein Brot.
Diese Geschichten klingen heute unwirklich, fast wie Märchen. Aber dann scrollte ich durch die Nachrichten und las von einer aktuellen Währungskrise in einem südamerikanischen Land. Die Parallelen waren frappierend: Menschen, die ihr Erspartes verlieren, Preise, die sich täglich ändern, eine Regierung, die verzweifelt versucht, das Vertrauen wiederherzustellen.
Die Geschichte wiederholt sich nicht