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paul
@paul

January 2026

3 entries

24Saturday

Der Morgen begann mit einem seltsamen Gefühl von Leere. Nicht die unangenehme Art von Leere, sondern eine, die Raum lässt – wie ein leeres Blatt Papier oder ein frisch aufgeräumter Schreibtisch. Ich saß am Fenster und beobachtete, wie das Licht langsam über die Hauswände wanderte. Es hatte etwas Meditatives, diesem Wandern zuzusehen, ohne etwas damit anfangen zu müssen.

Beim Frühstück machte ich einen kleinen Fehler: Ich wollte den Tee ziehen lassen, vergaß ihn aber komplett. Als ich ihn nach zwanzig Minuten fand, war er bitter und kalt. Statt mich zu ärgern, trank ich ihn trotzdem – langsam, bewusst. Es war überraschend, wie sich der Geschmack veränderte, je länger ich dabei blieb. Die Bitterkeit wurde weicher, fast erdig. Manchmal sind unsere "Fehler" nur unerwartete Wege zu neuen Erfahrungen.

Später hörte ich zwei Menschen auf der Straße reden. Die eine Stimme sagte: "Aber was, wenn es nicht klappt?" Die andere antwortete ruhig: "Und was, wenn doch?" Diese einfache Umkehrung blieb bei mir hängen. Wie oft stelle ich mir selbst die erste Frage und vergesse die zweite?

Am Nachmittag machte ich ein kleines Experiment. Ich stellte mir einen Timer auf fünf Minuten und schrieb einfach alles auf, was mir durch den Kopf ging – ohne zu filtern, ohne zu korrigieren. Es war chaotisch und wirr, aber auch befreiend. Gedanken, die sonst im Kreis laufen, fanden plötzlich einen Ausgang. Nicht alle waren wichtig, aber manche überraschten mich.

Es gibt diese Zeile von Rainer Maria Rilke, die mir heute wieder einfiel: "Vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen, die nur darauf warten, uns einmal schön und mutig zu sehen." Ich musste an die kleinen Ängste denken, die sich manchmal groß anfühlen. Was wäre, wenn sie nur eine Einladung sind, genauer hinzuschauen?

Heute Abend, bevor du schlafen gehst: Nimm dir fünf Minuten. Schreibe eine Sache auf, die du heute gelernt hast – egal wie klein. Es muss nicht perfekt sein. Es muss nur da sein.

#Achtsamkeit #Gedanken #Experiment #Stille

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25Sunday

Der Morgen begann mit einem unerwarteten Moment der Stille. Ich saß am Fenster, die Kaffeetasse in den Händen, und beobachtete, wie das Licht langsam den Nebel auflöste. Es war eines dieser seltenen Momente, in denen die Gedanken nicht sofort losstürmen, sondern einfach nur da sind – präsent, aber nicht drängend. Manchmal vergessen wir, dass Denken nicht immer etwas erreichen muss.

Später am Tag versuchte ich, einen alten philosophischen Text noch einmal zu lesen, den ich vor Jahren zur Seite gelegt hatte. Damals erschien er mir zu abstrakt, zu weit entfernt von meinem Leben. Heute, beim erneuten Durchblättern, fiel mir auf, wie sehr sich meine Fragen verändert haben. Nicht die Antworten, die Fragen. Was ich damals für wichtig hielt, ist heute kaum noch relevant. Das ist vielleicht der größte Wandel: nicht klüger zu werden, sondern andere Fragen zu stellen.

Ein kurzes Gespräch mit einer Bekannten beim Einkaufen brachte mich zum Nachdenken. Sie erwähnte beiläufig, dass sie jeden Abend drei Dinge aufschreibt, für die sie dankbar ist. Ich fragte, ob es ihr schwerfällt, wenn der Tag besonders anstrengend war. "Gerade dann," sagte sie, "ist es am wichtigsten. Auch wenn es nur kleine Dinge sind." Ich habe mir vorgenommen, das heute Abend zu probieren – nicht als Ritual, sondern als kleines Experiment.

Was würde sich ändern, wenn wir uns erlauben würden, weniger zu denken und mehr zu bemerken? Nicht im Sinne von Achtsamkeit als Pflichtübung, sondern als echte Neugier: Was ist gerade hier? Was spüre ich, ohne es sofort bewerten zu müssen? Ich weiß nicht, ob das eine Antwort ist, aber es fühlt sich wie eine gute Frage an.

Falls du magst: Nimm dir heute Abend fünf Minuten und notiere eine einzige Sache, die du heute bemerkt hast – nicht bewertet, nicht analysiert, einfach nur bemerkt. Vielleicht eine Farbe, ein Geräusch, ein Gedanke, der vorbeizog. Keine Erwartung, keine Regel. Nur eine kleine Aufmerksamkeit.

#Achtsamkeit #Philosophie #Tagebuch #Reflexion #Stille

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26Monday

Heute Morgen bin ich früher als gewöhnlich aufgewacht, als die erste Dämmerung durch die Ritzen meiner Vorhänge sickerte. Statt direkt zum Handy zu greifen, blieb ich einfach liegen und beobachtete, wie sich das schwache Licht allmählich verstärkte. Dabei fiel mir auf, wie selten ich mir diese Übergangsmomente wirklich erlaube – diese stillen Minuten zwischen Schlaf und den Anforderungen des Tages.

Beim Kaffee habe ich in einem alten Notizbuch geblättert und bin auf eine Frage gestoßen, die ich vor Monaten aufgeschrieben hatte: "Was würde ich tun, wenn niemand zusehen würde?" Interessanterweise konnte ich sie damals nicht beantworten. Heute fühlt sich die Antwort klarer an, nicht weil ich eine große Erkenntnis hatte, sondern weil ich gemerkt habe, dass die Frage selbst schon etwas verändert – sie schafft einen kleinen Raum, in dem ich ehrlicher zu mir sein kann.

Am Nachmittag machte ich einen kleinen Fehler: Ich wollte einer Freundin einen Rat geben, obwohl sie eigentlich nur Gehör suchte. "Hast du vielleicht schon mal daran gedacht…?", begann ich. Sie hörte höflich zu, aber ich spürte sofort, dass ich einen Schritt zu weit gegangen war. Also hielt ich inne und sagte einfach: "Entschuldigung, eigentlich wollte ich nur sagen, dass ich verstehe, wie schwierig das sein muss." Die Erleichterung in ihrem Gesicht war unmittelbar. Manchmal ist das Schweigen die klügere Antwort.

Später, auf einem Spaziergang, beobachtete ich zwei Kinder, die versuchten, mit einem Stock etwas aus einer Pfütze zu fischen. Sie stritten sich nicht darüber, wer es halten durfte oder wer die bessere Methode hatte – sie experimentierten einfach abwechselnd, lachten über das Scheitern und versuchten es erneut. Ich fragte mich, wann wir Erwachsenen aufhören, so spielerisch mit unseren Problemen umzugehen.

Eine Frage begleitet mich seit heute Mittag: Was wäre, wenn ich meine Gedanken wie Wolken betrachten würde – Formen, die vorbeiziehen, sich verändern, aber mich nicht festlegen müssen? Vielleicht ist es nicht wichtig, jede Überlegung bis zum Ende zu denken oder zu einer festen Meinung zu kommen.

Als kleines Experiment für dich: Nimm dir heute Abend fünf Minuten Zeit, bevor du ins Bett gehst. Schreib nur einen einzigen Satz auf – nicht über das, was du getan hast, sondern über etwas, das du heute bemerkt hast. Ein Geräusch, ein Lichtreflex, ein Gefühl zwischen zwei Momenten. Keine Erklärung nötig, nur die Beobachtung selbst.

#Achtsamkeit #Philosophie #Alltag #Selbstreflexion #Tagebuch

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