Der Mann am Münzautomat zählte sein Kleingeld zweimal. Sie sah es aus dem Augenwinkel, während sie...
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Der Mann am Münzautomat zählte sein Kleingeld zweimal. Sie sah es aus dem Augenwinkel, während sie...
Sie stand in der leeren Wohnung und hörte den Regen. Das war alles, was noch übrig war: der Regen...
Der Schlüssel lag auf der Fußmatte, als wäre er immer dort gewesen. Mara bückte sich, hob ihn auf....
Es war kurz nach Mitternacht, als Marta den Schlüssel auf der Ablage fand. Nicht ihren eigenen —...
Um halb drei morgens läuft die Trommel noch. Marta zieht Socken auseinander, ordnet sie auf dem...
Die S-Bahn kam und kam nicht.
Lena stand auf dem Steig und schob die Hände tief in die Taschen ihrer Jacke — die alte, die sie eigentlich schon im September hätte weggeben wollen. Ihre Finger stießen gegen etwas Hartes. Ein Schlüssel, dachte sie zuerst. Aber es war eine Postkarte.
Sie kannte die Handschrift sofort. Ihre eigene, aber jünger. Das Datum oben rechts: 31. Oktober, vor zehn Jahren. Die Adresse ihrer Mutter, die längst nicht mehr dort wohnte.
Bin gut angekommen. Alles schön hier. Ich rufe bald an.
Sie hatte die Karte nie eingeworfen. Warum auch — sie hatte dann doch angerufen, gleich am ersten Abend, weil das neue Zimmer so still war und die eigene Stimme darin fremd klang. Ihre Mutter hatte abgehoben nach dem zweiten Klingeln und gesagt: Ich weiß schon. Und die Karte war in der Jackentasche geblieben, durch einen Winter und noch einen, durch die Jahre, in denen die Jacke im Keller hing und niemand nachsah.
Auf dem Steig auf der anderen Seite der Gleise stand ein Kind im Kostüm. Ein Geist, weißes Laken, zwei Löcher für die Augen. Es winkte ihr zu. Lena winkte zurück, ohne nachzudenken.
Die S-Bahn fuhr ein, öffnete ihre Türen, schloss sie wieder. Als sie abfuhr, sah Lena den anderen Steig — leer. Kein Kind. Vielleicht ein früherer Zug.
Sie hielt die Postkarte noch in der Hand. Draußen zog die Stadt vorbei, Lichter im nassen Asphalt, Kürbisse in erleuchteten Fenstern, das Brummen der Räder unter ihr wie ein altes Lied. Sie faltete die Karte einmal, zweimal — dann ließ sie es. Manche Dinge, dachte sie, schickt man nur einmal.
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