Um halb drei morgens läuft die Trommel noch. Marta zieht Socken auseinander, ordnet sie auf dem Klapptisch, schiebt sie wieder zusammen. Das Neonlicht flackert einmal, zweimal, hält inne.
Sie hatte die Wohnung heute verlassen. Nicht verlassen — das klingt nach Drama. Sie war gegangen, mit zwei Taschen und diesem Waschkorb, und hatte die Tür hinter sich zugezogen, leise, als würde jemand schlafen. Niemand hatte geschlafen.
Ein Mann kommt herein. Graue Jacke, nasse Schultern. Er stellt eine Sporttasche auf die Ablage, schaut die Automaten durch, als würde er jemanden suchen, dann steckt er Münzen in Nr. 4. Marta schaut auf ihre Hände. Er setzt sich ihr gegenüber, zieht das Handy heraus, legt es wieder weg. Sie lesen beide nicht.
Das Brummen der Maschinen füllt den Raum aus wie Wasser ein Glas. Draußen zieht ein Auto vorbei, sein Licht streift kurz die Scheibe.
Irgendwann sagt er: Die mittlere Trommel zieht ein bisschen nach links. Da muss man aufpassen, sonst läuft das Wasser nicht richtig ab.
Sie nickt, obwohl sie nicht verstanden hat, was das heißen soll.
Als ihre Maschine stoppt, greift sie in die Manteltasche, die sie vergessen hatte mitzuwaschen. Ihr Finger findet einen Schlüssel — kalt, schwer, mit einem alten Anhänger aus Plastik, den sie selbst drangehängt hatte, damals, als die Straßenbahnnummer noch dreistellig war und die Wohnung noch nicht leerstand.
Der Mann ist eingeschlafen, den Kopf leicht an die Wand gelehnt.
Marta legt den Schlüssel auf den Klapptisch, neben seine zusammengerollten Socken. Dann räumt sie ihre Sachen zusammen, langsam, und als sie die Glastür aufstößt, weht ihr der Geruch nach nassem Asphalt entgegen. Sie schaut einmal zurück. Der Schlüssel liegt noch da, glänzt unter dem Neonlicht wie etwas, das jemand absichtlich hinterlassen hat.
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