Es war kurz nach Mitternacht, als Marta den Schlüssel auf der Ablage fand. Nicht ihren eigenen —...
Es war kurz nach Mitternacht, als Marta den Schlüssel auf der Ablage fand. Nicht ihren eigenen —...
Um halb drei morgens läuft die Trommel noch. Marta zieht Socken auseinander, ordnet sie auf dem...
Es war kurz nach Mitternacht, als Marta die Münzen in den Schlitz warf. Die Maschine schnappte sie...
Sie schob den letzten Karton zur Tür und blieb stehen. Im ganzen Zimmer war nur noch der Stuhl...
Sie wartete auf ihre Wäsche und fand den Regenschirm unter der letzten Maschine in der Reihe. Er...
Um halb zwei Uhr nachts zog sie die feuchte Wäsche aus der Trommel und legte ein Stück nach dem anderen in den Trockner. Der Waschsalon war leer. Die Neonröhre über dem Handwaschbecken flackerte in unregelmäßigen Abständen, als ob sie irgendetwas berechne.
Auf dem Gerät neben ihr lag ein Schlüssel. Ein einzelner, ohne Ring, ohne Anhänger. Sie hob ihn auf, weil er stören würde, weil sie so ist. Das Metall war kalt und glatt, wie frisch aus einer Schublade gezogen.
Sie wartete. Der Trockner brummte gleichmäßig. Draußen fuhr ein Auto durch die Pfütze vor der Tür, das Scheinwerferlicht streifte kurz die Fensterscheibe und war wieder weg.
Kurz nach zwei betrat ein Mann den Salon. Er schaute sich um — die leeren Maschinen, die Münzautomaten an der Wand, die Reihe der orangefarbenen Plastikstühle — ohne etwas Bestimmtes zu suchen, schien es. Dann blieb sein Blick einen Moment an ihr hängen, eine Sekunde zu lang. Sie hielt den Schlüssel in der geschlossenen Faust.
Er nickte. Sie nickte.
Er stellte keine Maschine an, kaufte kein Waschmittel. Er setzte sich an das andere Ende des Raums und sah auf sein Telefon, das er während der ganzen Zeit nicht entsperrte.
Um Viertel nach zwei holte sie die Wäsche heraus, warm und nach fast nichts riechend. Als sie die schwere Tasche hochhob, legte sie den Schlüssel auf die schmale Ablage neben dem Eingang — dort, wo man Dinge hinterlässt, die man nicht wegwerfen kann.
Der Mann stand auf und ging. Er nahm den Schlüssel nicht.
Draußen roch die Luft nach nassem Asphalt und nach dem Ende einer langen Nacht. Sie dachte, vielleicht hatte er gar nicht danach gesucht. Vielleicht hatte er nur jemanden gesucht, der ihn hielt.
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