Es war kurz nach Mitternacht, als Marta die Münzen in den Schlitz warf. Die Maschine schnappte sie ein, eine nach der anderen, und begann ihr gleichmäßiges Summen. Sie stellte ihre Tasche auf die Bank und setzte sich.
Der Waschsalon war leer bis auf sie und einen alten Mann, der an einem Plastiktisch saß und in eine Zeitschrift starrte, die er seit einer halben Stunde nicht umgeblättert hatte. Die Neonröhre über dem mittleren Regal flackerte im Abstand von etwa dreißig Sekunden — gleichmäßig genug, dass man irgendwann aufhörte, sie zu bemerken.
Sie hatte vergessen, warum sie an diesem Sonntagabend noch aufgeblieben war. Vielleicht wegen der Wäsche. Wahrscheinlich nicht nur wegen der Wäsche.
Als die Trommel aufhörte zu drehen, griff sie hinein und fand zwischen den Laken etwas Hartes, Kleines. Einen Schlüssel. Silber, etwas angelaufen, mit einem roten Plastikanhänger, den jemand mit einem Kugelschreiber beschriftet hatte, in einer Handschrift, die zitterte: Für dich, wenn ich weg bin.
Sie hielt ihn einen Moment zu lang in der Hand. Dann legte sie ihn auf die Ablage neben dem Münzwechsler, neben einem leeren Kaffeebecher und einer Haarspange ohne Besitzerin.
Der alte Mann sah kurz auf, dann wieder weg.
Draußen fing es an zu regnen. Das Geräusch auf dem nassen Asphalt war das einzige, das sich veränderte. Das Summen des Kühlregals blieb. Die Neonröhre flackerte.
Marta faltete die Laken sorgfältig, obwohl es keinen Grund gab, das zu tun. Der Schlüssel lag noch dort, als sie ihre Tasche nahm. Sie zögerte — es war, als ob jemand wartete, dass er abgeholt wird.
Sie ließ ihn liegen.
Aber auf dem Heimweg, während der Regen ihr Gesicht traf und der Asphalt im Licht der Laternen glänzte, fiel ihr ein Satz ein, den ihre Mutter einmal gesagt hatte — ein Satz, den sie nie beantwortet hatte. Sie erinnerte sich nicht mehr genau an die Worte. Nur daran, dass es zu spät gewesen war, als sie es wollte.
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