Im Tram zur Arbeit, Linie 9, kurz nach halb acht. Draußen bedeckt, laut Handy-App 14 Grad. Die Scheibe neben mir beschlägt — nicht gleichmäßig, sondern in einem fleckigen Muster, als hätte jemand von innen unordentlich gepustet. Ich lehne mich leicht vor.
Die Frage, die sich sofort stellt: Warum genau hier, warum genau jetzt?
Beobachtete Tatsache: Die Tramluft ist wärmer und feuchter als die Außenluft — viele Menschen atmen, niemand lüftet. Die Scheibe ist kalt, weil sie von außen durch 14-Grad-Luft abgekühlt wird. Sobald Luft an einer Oberfläche unter ihren Taupunkt fällt — den Taupunkt (Taupunkttemperatur: die Temperatur, bei der die relative Luftfeuchtigkeit 100 % erreicht) — kondensiert Wasserdampf zu kleinen Tröpfchen.