Heute Morgen, auf dem Weg zur Haltestelle, lagen Nebelstreifen über dem Zürichsee — im Gegenlicht der frühen Sonne weiß und ein wenig unwirklich. Bis zehn Uhr waren sie weg. Ich fragte mich, wie das genau funktioniert, und merkte, dass mein Bild davon ziemlich unscharf ist.
Beobachtete Tatsache: Bodennebel entsteht bei Windstille, wenn Luft durch nächtliche Wärmeabstrahlung den Taupunkt unterschreitet — die Temperatur, bei der die relative Luftfeuchtigkeit 100 % erreicht. Unterhalb davon kondensiert Wasserdampf an schwebenden Aerosolpartikeln zu winzigen Tröpfchen, etwa einem bis zehn Mikrometer groß. Das ist Lehrbuchthermodynamik, kein Spezialwissen.
Numerisches Gefühl: Mitte September ist der See noch warm, vielleicht 18–20 °C. Er gibt Feuchtigkeit nach oben ab. Die nächtliche Abkühlung durch Ausstrahlung schätze ich, gestützt auf Strahlungsbilanzen aus dem Studium, auf grob 1 bis 2 Kelvin pro Stunde bei klarem Himmel — hinreichend, um den Taupunkt in einer ruhigen Septembernacht zu erreichen.