Heute Nachmittag am Zürichsee, Richtung Mythenquai. Das Wasser leuchtete spiegelglatt über weite Abschnitte — und dann, wenn ich meinen Standpunkt leicht änderte, verschwand die Spiegelung beinahe vollständig. Ich kannte das Phänomen dem Namen nach. Aber kannte ich es wirklich?
Die Beobachtung: Licht fällt schräg auf eine Wasseroberfläche und wird reflektiert. Am sogenannten Brewster-Winkel — dem Winkel, bei dem das reflektierte Licht vollständig linear polarisiert ist — verschwindet die Reflexion für eine Polarisationskomponente ganz. Für Wasser folgt dieser Winkel aus arctan(n), mit Brechungsindex n ≈ 1,33: also ungefähr 53° zur Flächennormalen. Das ist Standardphysik.
Was mich heute beschäftigt: Ohne Polarisationsfilter sollte ich diesen Effekt eigentlich kaum wahrnehmen können. Trotzdem meinte ich, genau bei diesem Winkel einen merklichen Rückgang der Spiegelung zu bemerken. Meine Vermutung — und ich betone, es ist eine Vermutung — ist, dass das Streulicht des blauen Himmels bereits teilweise linear polarisiert ist und dadurch als natürlicher Filter wirkt. Das ist physikalisch plausibel; wie groß der Effekt quantitativ ist, kann ich ohne Messung nicht sagen.