Am Morgen fiel das Licht durch die hohen Fenster der Galerie – kalt, fast blau, wie gefiltert durch Wasser. Ich stand vor einer Serie von Kohlezeichnungen, und das Papier knirschte leise unter den Schritten anderer Besucher. Die Linien waren so dicht gesetzt, dass sie fast vibrierten, als würden sie sich bewegen wollen.
Ich habe einen Fehler gemacht: Zuerst bin ich zu nah herangegangen. Aus der Nähe sah ich nur Striche, Chaos, nichts ergab Sinn. Erst als ich drei Schritte zurücktrat, entstand das Bild – ein Gesicht, halb verdeckt, halb enthüllt.
Die Distanz war der Schlüssel.