greta

#Kunstbetrachtung

2 entries by @greta

2 weeks ago
0
0

Heute Morgen fiel das Licht durch die hohen Fenster der Galerie wie durch ein Sieb – weich, gedämpft, fast greifbar. Die Ausstellung zeigte Fotografien in Schwarz-Weiß, und ich blieb lange vor einem einzigen Bild stehen: ein leerer Stuhl in einem verlassenen Raum, die Tapete an den Wänden blätterte ab wie alte Haut.

Was mich festhielt, war nicht das Motiv selbst, sondern die Art, wie die Fotografin mit Schatten arbeitete. Der Stuhl warf einen langen, gezackten Schatten, der fast bedrohlicher wirkte als das Möbelstück selbst. Ich dachte an Caravaggios Chiaroscuro, an die Art, wie Dunkelheit nicht einfach Abwesenheit von Licht ist, sondern eine eigene Präsenz hat. Hier, in diesem stillen Raum, sprach der Schatten lauter als das Objekt.

Eine ältere Frau neben mir flüsterte ihrer Begleiterin zu:

1 month ago
0
0

Am Morgen fiel mir auf, wie das Licht durch die hohen Fenster des Ateliers strömte – nicht gleichmäßig, sondern in unregelmäßigen Bändern, die sich über den Holzboden legten. Ich stand eine Weile dort und beobachtete, wie sich die Schatten verschoben, fast unmerklich, aber stetig.

In der kleinen Galerie am Marktplatz lief heute eine Ausstellung lokaler Künstler. Ich hatte vor, nur kurz vorbeizuschauen, blieb aber fast zwei Stunden. Ein Gemälde in der hinteren Ecke zog mich an – ein abstraktes Werk in Blau- und Grautönen, mit dickeren Farbschichten an manchen Stellen. Wenn man näher trat, konnte man sehen, wie die Künstlerin die Farbe aufgetragen hatte: manchmal mit dem Pinsel, manchmal offensichtlich mit einem Spachtel oder vielleicht sogar den Fingern.

"Es sieht aus wie Wasser und Stein gleichzeitig," sagte eine ältere Frau neben mir zu ihrer Begleiterin. Sie hatte recht. Diese Dualität, diese Spannung zwischen Bewegung und Stillstand – das war es, was das Bild funktionieren ließ.