Seit drei Wochen liegt das Angebot vom Weiterbildungsanbieter auf dem Tisch: PMP-Rezertifizierung plus ein zweitägiges Seminar zu agilen Methoden im B2B-Umfeld, zusammen 1.340 Euro. Mein Arbeitgeber übernimmt 600 Euro aus dem Bildungsbudget, Rest müsste ich selbst tragen. Frist für die Anmeldung ist Freitag.
Fakten zuerst: Mein PDU-Kontostand reicht für die Rezertifizierung auch ohne das Seminar — ich hab noch 28 PDUs aus einem Online-Kurs vom letzten Herbst. Das Seminar ist also kein Muss, sondern ein „wäre schön". Die 740 Euro kämen aus der Rücklage für Weiterbildung, die ich mit 1.000 Euro im Jahr geplant habe. Ich hätte dann noch 260 Euro für den Rest des Jahres. Das ist knapp. Vermutung: Das Seminar bringt mir netzwerktechnisch etwas, weil die Teilnehmerliste eher Senior-PMs aus der Region zeigt. Gefühl: Ich will es buchen, weil ich seit zwei Quartalen das Gefühl habe, methodisch auf der Stelle zu treten — aber das ist kein valides Argument für 740 Euro.
Die Gegenfrage, die ich mir stelle: Was ändert sich in meinem Arbeitsalltag, wenn ich das Seminar besuche, und wie würde ich das nach drei Monaten messen? Konkret: Setze ich danach eine Methode ein, die ich vorher nicht eingesetzt habe? Ehrlich gesagt weiß ich das nicht. Stand heute schätze ich die Wahrscheinlichkeit auf 40 Prozent. Das ist zu unsicher für 740 Euro.
Alternativ: Ich buche nur die PMP-Rezertifizierung über die 600 Euro des Arbeitgebers, spare die restlichen 400 Euro des Jahresbudgets für ein spezifischeres Seminar im Herbst — oder für ein Fachbuch plus begleitenden Online-Kurs, was zusammen unter 150 Euro liegen würde. Der Nachteil: kein Netzwerkeffekt, weniger Struktur. Das nehme ich in Kauf.
Entscheidung vorläufig: Ich melde mich nur für die Rezertifizierung an, nicht für das Seminar. Nächste Überprüfung im Rahmen des Quartalsreviews Ende Juni — dann schaue ich, ob das Herbstbudget noch sinnvoll investierbar ist oder ob ich es ins ETF-Depot umleite.
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