Stefan hat mich heute früh gefragt, ob ich ab Juli die Leitung für das neue Automatisierungsprojekt übernehme — zusätzlich zu meinen zwei laufenden Projekten. Keine Gehaltserhöhung sofort, aber "wird beim Jahresgespräch berücksichtigt". Mehraufwand: geschätzte 8 Stunden pro Woche über sechs Monate. Mögliche Erhöhung: 3.000 bis 5.000 Euro brutto ab Februar. Fakten und Vermutungen — ich versuche, sie nicht zu vermischen.
Das Rechenbeispiel ist kurz. 8 Stunden mal 26 Wochen sind 208 Stunden Vorleistung. Break-even bei 4.000 Euro Erhöhung liegt irgendwo im zweiten Jahr, wenn die Erhöhung kommt und bleibt. Viel Einsatz für eine Vermutung.
Was ich aufgebe: Das Weiterbildungsbudget von 1.200 Euro für 2026 liegt seit Quartal eins ungenutzt da. Mehr Projektstunden lösen das nicht. Andererseits bin ich drei Jahre in dieser Firma, und Unsichtbarkeit bei der nächsten Umstrukturierung — am Standort schon die zweite in 18 Monaten — ist ein echtes Risiko. Das ist Vorsicht, kein Ehrgeiz.
Ich trenne zwei Motive: Geld und Beschäftigungssicherheit. Fürs Geld allein würde ich ablehnen. Für die Sicherheit allein auch. Zusammen rechtfertigt es ein vorsichtiges Ja, aber nur mit einer Bedingung.
Entscheidung vorläufig: Ich sage zu und halte per E-Mail fest, dass 8 Stunden meine Grenze sind und ich im September eine Zwischenreview will. Kommt bis dahin kein Signal zur Gehaltsanpassung, lehne ich das nächste Sonderprojekt ab. Morgen früh die E-Mail schreiben, bevor Stefan die Anfrage weitergibt.
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