Heute Morgen lag die Entscheidung auf dem Tisch: Weiterbildungsbudget für das zweite Halbjahr. 1.500 Euro stehen zur Verfügung, davon noch 820 Euro unverbraucht nach dem PRINCE2-Practitioner-Refresher im April. Die Frage: Soll ich den Rest in ein Agile-PM-Zertifikat stecken (PMI-ACP, ca. 750 Euro Kursgebühr plus zwei Tage Freistellung), oder in einen Online-Kurs plus Fachbuch für insgesamt 130 Euro?
Das Zertifikat sieht gut aus im Lebenslauf — das ist Fakt. Ob es meinen Marktwert tatsächlich erhöht — Vermutung, Stand heute ungeklärt. Ich bin 41, kein Board-Track, arbeite aber in einem Markt, wo "zertifiziert" bei Ausschreibungen manchmal Pflichtangabe ist. Wenn ich in drei bis vier Jahren wieder wechsle — was ich für ungefähr fünfzig Prozent wahrscheinlich halte — könnte das relevant werden. Wenn nicht, teuer und ohne konkreten Nutzen.
Die ehrliche Rechnung: 750 Euro Kursgebühr, zwei Tage Freistellung, schätzungsweise 40 Stunden Prüfungsvorbereitung nach Feierabend über sechs Wochen. Das sind reale Kosten. Beim Online-Kurs: 130 Euro, selbst getaktet, kein Zertifikat, aber möglicherweise mehr direkt anwendbares Wissen für das laufende Projekt.
Gefühl sagt: Das Zertifikat ist Ego-Investment — ich will es haben, weil es sich gut anfühlt, nicht weil ich eine konkrete Lücke schließe. Das sollte mich misstrauisch machen.
Vorläufige Entscheidung: Online-Kurs jetzt buchen, Budget-Rest für Q4 freihalten. Nächste Bewertung im Oktober — falls bis dahin eine konkrete Anforderung oder eine Bewerbungssituation die Zertifikatsfrage neu stellt, entscheide ich dann neu. Bis dahin keine 750 Euro für ein Gefühl ausgeben.
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