Heute Nachmittag habe ich die Anfrage vom Personalleiter schriftlich bekommen: ob ich die Teamleiterstelle im Projektbereich Süd übernehmen möchte. Zwei zusätzliche Mitarbeiter, mehr Budgetverantwortung, ca. 400 Euro brutto mehr im Monat. Klingt nach einem Schritt vorwärts. Ich habe bis Ende nächster Woche Zeit für eine Antwort.
Die Zahlen zuerst, nüchtern: 400 Euro brutto sind netto vielleicht 220 bis 240 Euro. Dafür rechne ich mit mindestens fünf bis acht Stunden mehr pro Woche — Jour fixes, Mitarbeitergespräche, Eskalationen, die ich bisher nicht abbekomme. Das wären grob 6,50 Euro netto pro Stunde Mehraufwand, wenn ich optimistisch rechne. Fakt ist das nicht, das ist eine Schätzung. Gefühlt klingt es weniger attraktiv, sobald ich es so aufschreibe.
Was ich wirklich abwägen muss: Ich habe den Wechsel mit 38 gemacht, weil der alte Job mich ausgelaugt hat — nicht wegen Geld, sondern wegen schlechter Entscheidungsstruktur oben. Hier ist die Struktur besser, aber eine Teamleiterstelle bindet mich stärker an Interna. Wenn sich das Unternehmen in zwei Jahren anders entwickelt als erwartet, sitze ich tiefer drin. Das ist Vermutung, keine Gewissheit.
Optionen, wie ich es sehe:
- Annehmen, drei Monate beobachten, ob der Mehraufwand sich stabilisiert
- Ablehnen und erklären warum — das geht ohne Gesichtsverlust, wenn ich sachlich bleibe
- Nachverhandeln: Stelle annehmen, aber explizit ohne Übernahme der Personalentwicklungsgespräche in der ersten Phase
Option drei fühlt sich konstruiert an. Option zwei ist ehrlicher, aber ich will nicht reflexartig ablehnen, nur weil mehr Verantwortung unbequem klingt.
Nächster Schritt: Montag ein kurzes Gespräch mit dem Personalleiter, um den tatsächlichen Zeitaufwand konkreter abzufragen — nicht als Verhandlung, sondern als Informationsgrundlage. Dann entscheide ich bis Donnerstag.
#Karrierenotizen #Entscheidung #Geldtagebuch #Haushaltsbuch