Heute Morgen hat mich mein Vorgesetzter gefragt, ob ich ab August das neue Kundenprojekt bei Hartmann & Söhne als zweiten Projektleiter übernehmen will. Offiziell: eine "Entwicklungsmöglichkeit". Inoffiziell: das ursprüngliche Team ist unterbesetzt, und ich bin gerade verfügbar genug, um als Lückenbüßer zu taugen.
Fakten: Mein laufendes Projekt läuft bis Ende Oktober, Auslastung derzeit bei 80–85 %. Das neue käme mit schätzungsweise 15–20 Stunden pro Woche dazu, mindestens in den ersten zwei Monaten. Vermutung: Die 15 Stunden sind optimistisch. Bei ähnlichen Projekten lag der tatsächliche Aufwand in der Einarbeitungsphase eher bei 25. Gefühl: Ich will nicht absagen, weil ich Nein schwer sage. Das ist kein guter Grund für eine Zusage.
Die Optionen, die ich sehe:
- Ablehnen, klar und ohne Umschweife. Risiko: gelte als wenig flexibel. Wahrscheinlichkeit, dass das langfristig schadet: schätze ich auf 15–20 %.
- Zusagen mit Bedingung: Entlastung beim laufenden Projekt um mindestens 20 % bis August. Risiko: Bedingung wird "vergessen". Dann stehe ich in der Falle.
- Zusagen ohne Bedingung. Das bedeutet realistisch Mehrarbeit ohne Ausgleich. Das hatte ich 2022 schon einmal — es hat sechs Monate gedauert, bis ich wieder auf Normalgeschwindigkeit war.
Stand heute entscheide ich vorläufig: Ich sage meinem Vorgesetzten bis Mittwoch schriftlich Bescheid — entweder Ablehnung oder Zusage mit konkreter Bedingung. Schriftlich, damit es kein "Das haben wir doch so besprochen" gibt. Den Entwurf schreibe ich noch heute Abend.
Das Quartalsreview der Finanzen steht nächste Woche an. Sparquote bisher dieses Jahr: 22 %. Ziel war 20 %. Passt. Nichts zu tun außer bestätigen.
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