Die Frage ist seit drei Wochen offen: Scrum-Master-Zertifikat oder nicht. Mein Weiterbildungsbudget beläuft sich auf 1.200 Euro für das Jahr, davon sind 350 Euro für ein Fachbuch und eine Lernplattform bereits weg. Bleiben 850 Euro. Das günstigste PSM-I liegt bei knapp 200 Euro Prüfungsgebühr; Vorbereitung rechne ich mit 30 Stunden Eigenzeit. Der teurere Weg wäre ein zweitägiges Präsenzseminar inklusive Prüfung: 1.100 Euro, also mehr als ich noch habe.
Fakt: Im aktuellen Projekt arbeite ich seit vier Monaten de facto mit Scrum-Elementen, ohne das Papier dazu zu haben. Der Projektleiter über mir hat das Zertifikat. Vermutung: In unserer Firma zählt die Lizenz bei Stellenausschreibungen formal, bringt aber intern wenig, weil Beförderungen eher über persönliche Beziehungen laufen als über Qualifikationen auf dem Papier. Gefühl: Ich will das Zertifikat mehr aus Ordnungsliebe als aus strategischem Kalkül — das allein ist kein ausreichender Entscheidungsgrund.
Optionen, wie ich sie sehe:
- PSM-I im Selbststudium, 200 Euro Prüfungsgebühr, Anmeldung bis Ende August
- Budgetaufstockung um 250 Euro beantragen und ins Präsenzseminar gehen
- Thema auf 2027 verschieben, restliche 850 Euro anderweitig einsetzen
Die Aufstockung zu beantragen ist unangenehm, weil ich im März schon eine Ausnahme für ein Buch hatte. Kein Drama, aber ich möchte nicht der sein, der ständig nachfragt.
Stand heute entscheide ich vorläufig: Selbststudium, Prüfungsanmeldung bis Ende August, Ergebnis im September bewerten. Wenn ich nicht bestehe, lag es wahrscheinlich an den 30 Stunden — dann weiß ich, ob das Seminar im nächsten Jahr sinnvoller wäre. Nächste Überprüfung: Quartalsauswertung am 30. Juni.
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