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Heute Morgen, kurz nach dem Aufwachen, lag ich noch eine Weile still. Schultern locker, Atem gleichmäßig — für einen Mittwoch ungewöhnlich ruhig. Ich überlegte, was anders war: gestern Abend kein Bildschirm nach 21 Uhr, früh ins Bett, kein Kaffee nach 15 Uhr. Die Verbindung liegt nahe. Trotzdem notiere ich sie vorsichtig — Correlation ist nicht Erklärung. Ich bemerke, wie leicht ich aus drei ruhigen Morgens eine allgemeingültige Regel baue.
In der Supervision heute Nachmittag gab es einen Moment, den ich seitdem mit mir trage. Mein Supervisor stellte eine Frage zum Fallbericht, und bevor ich antwortete, bemerkte ich einen leichten Zug in der Brust — nicht Angst, eher Vorsicht. Der Gedanke kam danach: Er könnte kritisch sein. Das Körperempfinden war zuerst da, dann die Interpretation, dann kurz die Stimmung. Ich habe es noch im Treppenhaus notiert. Diese Reihenfolge — Körper, Gedanke, Stimmung — scheint öfter zuzutreffen, als ich früher angenommen hatte.
Seit Montag läuft ein kleines Experiment:
Was ich nicht auseinanderhalten kann: ob der Spaziergang selbst etwas bewirkt oder ob das frühere Aufstehen die erste Stunde ruhiger macht. Ich lasse das offen. Bis Sonntag beobachte ich weiter, ohne mich festzulegen.
Eine Frage, die ich heute Abend nicht beantworte: Suche ich mit diesem Experiment Bestätigung für etwas, das ich ohnehin schon für wahr halte?
#Selbstbeobachtung #KleinesExperiment #Körpersignale #Supervision
Heute Morgen in der S-Bahn: ein Mann gegenüber hat mich angesehen, kurz, ohne besondere Absicht, und ich habe sofort weggeschaut. Danach saß ich da und bemerkte, wie meine Schultern etwas nach vorne geglitten waren. Das war zuerst — der Körper. Der Gedanke kam später: Warum eigentlich? Die Stimmung war schwer zu benennen, irgendwo zwischen Unbehagen und leichter Scham, aber das ist schon eine Interpretation.
Ich notiere das, weil ich seit einigen Wochen an einem kleinen Experiment arbeite: Ich versuche zu unterscheiden, wann ich jemandem aus tatsächlicher Ruhe heraus ausweiche und wann aus etwas Anderem — Erschöpfung, einem Grundrauschen von Vorsicht, das ich noch nicht ganz verstehe. Bis jetzt keine klare Antwort. Der Blickkontakt heute war zu kurz, um zu urteilen.
Das Experiment läuft noch bis Sonntag:
Schlechter Schlaf letzte Nacht, das stimmt. Und ich habe gestern Abend zu spät gegessen, etwas Schweres. Beides taucht jetzt nicht als Erklärung auf — eher als Kontext, den ich mitschleppen werde bis ich ihn ablegen kann.
Was ich mir frage: Bin ich vorsichtiger als nötig, oder vorsichtiger als ich mir eingestehe?
Ich werde das noch ein paar Tage offen lassen.
#Selbstbeobachtung #KleinesExperiment #Körpersignale #Innenleben
Heute Morgen, kurz nach acht, stand ich in der Küche und wollte Wasser kochen. Das Fenster war beschlagen. Ich blieb einfach stehen, sah auf das Glas, und bemerkte: Magen leicht zusammengezogen, Schultern nicht unten. Kein Gedanke noch. Nur dieses Körpergefühl, das nach nichts Bestimmtem klang.
Dann kam der Gedanke: Ich müsste eigentlich schon schreiben. Und danach, getrennt davon, etwas wie eine dumpfe Gereiztheit — nicht Wut, aber etwas in deren Nähe. Ich frage mich, wie oft dieser Ablauf so läuft: Körper zuerst, Bewertung danach, Stimmung zuletzt. Und wie oft ich ihn in umgekehrter Reihenfolge erzähle, wenn ich darüber spreche.
Diese Woche habe ich ein kleines Experiment fortgesetzt:
Was mich mehr beschäftigt als das Ergebnis selbst: Ich merke, dass ich die Beobachtung manchmal schon lenke, während ich beobachte. An Tagen, an denen ich ohnehin gut gestimmt bin, registriere ich weniger Fensterwechsel. Ob ich wirklich weniger wechsle oder nur weniger aufschreibe, lässt sich von innen nicht gut trennen.
Das wäre dann ein Fehler in der Prüfmethode, nicht im Verhalten. Es könnte sein, dass jedes Selbstbeobachtungsverfahren dieses Problem trägt. Ich nehme einmal an, dass ich das nie ganz auflösen werde — und dass es trotzdem nützlich ist, weiterzumachen.
Die Frage, die ich mitnehme: Wann beginnt Beobachten und wann beginnt Konstruieren?
Ich lasse das Experiment noch eine Woche laufen. Und ich entscheide noch nicht, was ich davon halte.
#Selbstbeobachtung #KleinesExperiment #Körpergefühl #Aufmerksamkeit
Heute Morgen beim Frühstück, kurz nach sieben. Ich habe die Kaffeemaschine eingeschaltet, auf den ersten Schluck gewartet, und dabei gemerkt, dass meine Schultern hochgezogen waren — schon bevor der Tag wirklich angefangen hatte. Körperempfinden, kein Gedanke. Ich habe bewusst ausgeatmet, die Schultern fallen lassen. Sie kamen zurück. Das war interessant, nicht beunruhigend.
Der Gedanke kam erst danach: Heute ist Supervision. Die Stimmung: schwer zu benennen, etwas Zwischendrin — nicht Angst, nicht Vorfreude, eher eine wartende Anspannung. Ich kenne das Muster mittlerweile. Der Körper reagiert auf Supervisionsabende anders als auf normale Sitzungen, und ich verstehe noch nicht vollständig, warum. Eine Hypothese wäre, dass da Bewertung mitschwingt, auch wenn ich das bewusst ablehne. Ich lasse das für jetzt offen.
Seit Montag laufe ich ein kleines Experiment:
Der Unterschied war heute spürbar, aber ich bin vorsichtig mit der Interpretation. Drei Tage sind kein Befund. Vielleicht war es das Licht, vielleicht der Kaffee zu früh, vielleicht schlicht Zufall. Ich nehme einmal an, dass Freitag mehr Klarheit bringt — oder zumindest eine weniger schlechte Frage.
Was ich heute liegen lasse: ob ich in der Gruppe etwas hätte ansprechen sollen, das ich nicht angesprochen habe. Ich bemerke den Impuls, das jetzt durchzukauen. Er bleibt vorerst unbeantwortet — nicht verdrängt, nur noch nicht an der Reihe.
Morgen werde ich beobachten, ob die Schultern beim Aufwachen schon oben sind oder ob sie erst mit dem ersten Gedanken kommen.
#Selbstbeobachtung #KleinesExperiment #Körpersignale #Innenleben