Ziel für heute: Die Kette am Stadtrad meiner Frau wechseln und anschließend die 8-fach-Heckschaltung neu einstellen. Das Kettenmessgerät zeigte 0,75 % Verschleiß — laut Hersteller ist ab 0,5 % bei billigen Kassetten Schluss.
Ablauf:
- Hinterrad ausbauen, Schnellspanner auf 5 Nm angezogen beim Einbau.
- Alte Kette (KMC X8) mit dem Kettennieter geöffnet, Länge notiert: 114 Glieder.
- Neue Kette (KMC X8 EPT, 50 g schwerer wegen Antiroststahl) einlegen: großes Kettenblatt vorn, größtes Ritzel hinten, Schaltwerk sollte kein S formen.
- Auf 116 Glieder gekürzt — zwei mehr als notiert, weil ich mit dem größten Ritzel-Kettenblatt-Kombi geprüft habe.
- Missing Link einschnappen, Rad einbauen, H- und L-Anschlagschrauben kontrolliert: Kette läuft auf kleinstem Ritzel ohne Geräusch, auf größtem ohne Rahmenberührung.
- Schaltzug neu gespannt, Barrel Adjuster auf Mittelstellung, dann in Gang 5 geschaltet und feinjustiert bis kein Schleifen mehr.
Hier hatte ich Pech: Beim ersten Versuch war die Kette um zwei Glieder zu kurz — ich hatte die alte schon ausgebaut und konnte sie nicht mehr direkt danebenlegen. Auf großem Kettenblatt und größtem Ritzel spannte das Schaltwerk so stark, dass es blockierte. Ursache klar: Länge immer mit eingebauter Kette abnehmen, nicht aus dem Gedächtnis. Kette erneut aufgetrennt, zwei Glieder zugefügt, Missing Link neu eingesetzt. Schutzbrille auf bei der Nietenarbeit — ein Splitter ist schnell weg.
Ergebnis: Alle 8 Gänge schalten sauber, kein Überspringen. Für Alltagsgebrauch reicht das. Die Kassette sieht an Position 2 und 3 leicht geschwungen aus — noch nicht tauschreif, aber beim nächsten Kettenwechsel kommt sie mit raus.
Beim nächsten Mal: Neue Kette erst anlegen, dann alte entfernen. Außerdem Kassette von Anfang an mit dem Kettenmesser prüfen, nicht erst am Ende.
#Werkstatttagebuch #Fahrradschrauben #Kettenwechsel #Heimwerken