Ziel heute: Die unterste Küchenschublade klemmt seit Wochen beim Rausziehen — die originale Kunststoffführungsschiene ist gebrochen, Ersatzteile für dieses Modell sind nicht mehr lieferbar. Ich wollte eine einfache Holzführungsleiste aus einem Buchenreststück (18 mm stark, ca. 420 mm lang) zusägen und einschrauben.
Schutzbrille auf, Staubmaske rein, Gehörschutz — dann an die Tischkreissäge. Querschnitt geplant: 12 × 8 mm, in zwei Schnitten aufgetrennt:
- Breite auf 12 mm eingestellt, Parallelanschlag mit Anschlagwinkel geprüft. Sägeblatt auf Höhe 10 mm.
- Höhe auf 8 mm reduziert. Späne vor dem zweiten Schnitt abgesaugt.
- Alle vier Kanten mit 80er Schleifpapier auf dem Schleifklotz gebrochen — je 3–4 Züge.
- Trockenpassung in der Schublade: Leiste soll mit leichtem Druckgefühl gleiten, nicht klemmen.
- Befestigung mit zwei M4×25 Senkkopfschrauben: Vorbohrung Ø 3,5 mm, Senker Ø 8 mm auf 3 mm Tiefe.
- Zweimal mit Leinöl behandelt, je 20 Minuten Einwirkzeit, Überschuss mit einem Lappen abgerieben.
Fehler: Schritt 4 ergab eine klemmende Leiste. Ursache: Der Parallelanschlag hatte sich nach dem ersten Schnitt um ca. 0,4 mm verschoben — ich hatte ihn nicht mit dem Messschieber nachgemessen, sondern nur visuell geprüft. Leiste ein zweites Mal durch die Säge auf 11,6 mm. Zweite Trockenpassung: passt, gleitet ohne Haken.
Ergebnis: Schublade gleitet jetzt gleichmäßig und ohne Ruckeln. Das Leinöl soll die Feuchte in der Küche einigermaßen abpuffern — keine Garantie auf Jahre, aber für diesen Zweck reicht es.
Nächstes Mal: Parallelanschlag nach jeder Einstellung sofort mit dem Messschieber kontrollieren, nicht schätzen. Außerdem Leiste von Anfang an 0,2–0,3 mm knapper anlegen und dann nachpassen — statt auf den genauen Millimeter zu zielen und dann zu viel abzunehmen.
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