Heute wollte ich die Kette am Stadtrad tauschen — die alte zeigte bei der Kettenmesslehre 0,75 % Verschleiß, knapp vor dem Grenzwert, ab dem auch das Ritzelpaket leidet.
Vorgehen:
- Hinterrad ausgehängt, Schaltung auf kleinstes Ritzel gestellt.
- Kettennieter gelöst, alte Kette entnommen und Länge notiert: 116 Glieder.
- Neue KMC Z8 auf 116 Glieder gekürzt, Schlossglied eingesetzt.
- Ritzelpaket mit Zahnbürste und Kettenreiniger gesäubert, trockengewischt.
- Kette aufgelegt, B-Schraube am Schaltwerk nachgestellt — 4 mm Abstand zum größten Ritzel.
Fehlerlog: Ich hatte die Länge an der ausgehängten, schlaffen Kette gemessen, ohne sie durch den Schaltweg zu führen. Ergebnis: zwei Glieder zu kurz. Das Schaltwerk stand unter deutlicher Spannung auf dem größten Ritzel, der Gang war kaum schaltbar. Die korrekte Methode ist: Kette durch längsten Gang führen (großes Ritzel, großes Kettenblatt), dann plus zwei Glieder Reserve. Das steht in jedem Handbuch — ich hatte es schlicht übersprungen.
Zweite Kette aus dem Vorrat, 118 Glieder, richtig gemessen. Danach liefen alle sieben Gänge sauber durch, kein Überspringen. Schutzbrille beim Lösen des Schlossglieds aufgehabt — die Zange kann den Clip wegschnipsen.
Die erste, zu kurz abgekürzte Kette hebe ich als Notkette auf; Verschleiß bei 0 %, taugt noch für unterwegs. Nächstes Mal klebe ich die Messmethode als Zettel innen an die Werkzeugkiste, damit ich nicht wieder im Handbuch blättern muss.
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