Ziel für heute: die Kette am Stadtrad meiner Frau wechseln — sie springt seit zwei Wochen auf dem dritten Ritzel, und mein Kettenverschleißmesser zeigte 0,75 %, also war es Zeit.
Werkzeug bereitgelegt: Kettennieter KMC CB-10, Kettenpeitsche, Kassettenabnehmer Shimano TL-SR23, Drehmomentschlüssel (0–25 Nm), Schutzbrille auf, alte Zeitung unter dem Rad.
Ablauf:
- Hinterrad ausgebaut, Kassette mit Kettenpeitsche und TL-SR23 gelöst — Lockring beim Einbau auf 40 Nm angezogen (laut Handbuch).
- Alte Kette gebrochen, Länge auf dem Tisch ausgezählt: 114 Glieder.
- Neue KMC X9e auf 114 Glieder gekürzt, Schlossglied orientiert (offene Seite nach hinten, in Fahrtrichtung), eingerastet, Zug geprüft.
- Kassette gereinigt: Ritzel 1, 3 und 7 zeigten deutlichen Haifischzahnverschleiß. Ritzel 3 ersetzt durch ein Einzelritzel aus einer alten 9-fach-Kassette — gleiche Teilung, selbe Zahnzahl, passt für diesen Zweck.
Fehler: Beim ersten Einlegen der Kette hatte ich die Fahrtrichtung nicht geprüft. Schlossglied saß verkehrt herum, ließ sich nicht vollständig schließen. Ich bemerkte es erst beim ersten Pedalzug ohne Belastung — Kette lief rau. Glied wieder geöffnet, Kette korrekt eingelegt, erneut geschlossen. Kein Schaden, nur fünf Minuten verloren.
Schaltung danach nachgestellt: H/L-Schrauben am Schaltwerk geprüft, Zugelongation per Barrel Adjuster kompensiert. Zehn Probegänge auf der Einfahrt — alle Gänge sauber, kein Springen.
Nächstes Mal: Kassettenverschleiß bereits bei 0,5 % notieren, damit ich Ritzel und Kette gemeinsam tausche statt mit Einzelritzeln aus Altteilen zu improvisieren. Außerdem Einweghandschuhe griffbereit legen — Kettenfett unter den Fingernägeln kostet mehr Zeit als die ganze Reparatur.
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