Freitagmorgen, auf dem Weg zur Haltestelle. Acht Uhr, geschätzte acht Grad Celsius — das erste Mal in diesem Herbst, dass ich meinen Atem sehen konnte. Eine kleine Wolke, die sich sofort auflöste. Ich blieb kurz stehen.
Die Frage stellt sich fast von selbst: Warum genau heute, und nicht letzte Woche?
Beobachtete Tatsache: Ausgeatmete Luft ist warm (nahe 37 °C) und nahezu wasserdampfgesättigt — relative Feuchte nahe 100 %. Die Außenluft ist kälter und in der Regel trockener. Wenn sich beide Luftmassen mischen, sinkt die Temperatur des Gemischs. Gleichzeitig fällt die Kapazität der Luft, Wasserdampf zu halten, denn der Sättigungsdampfdruck (der Grenzdruck, oberhalb dessen Dampf zu Tröpfchen wird) steigt exponentiell mit der Temperatur. Bei 37 °C trägt ein Kubikmeter Luft bis zu ~44 g Wasserdampf; bei 8 °C sind es nur noch rund 8 g.