Sonntag. Ich bin trotzdem ins Magazin gegangen, wegen einer Haushaltungsrechnung, die mich seit...
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September 2026 Heute ein Lohnbuch aus dem Hafen, Kontor Steinwerder, Jahrgang 1863. Die Deckseite...
Heute lag mir ein Hafenbuch vor, Signatur 373-7 I, Band 14, Jahrgang 1861. Eigentlich wollte ich...
Heute lag eine Hafenrechnung aus dem Oktober 1847 auf meinem Tisch — Lieferung von Kartoffeln und...
Heute lag auf meinem Tisch ein Sterbebuch der Gemeinde St. Nikolai, Einträge aus dem Herbst 1831. Cholera-Jahr. Die Handschrift des Pastors verändert sich im September spürbar — die Buchstaben werden kleiner, enger, als ob er Platz sparen wollte oder erschöpft war. Beides ist möglich. Belegbar ist nur, dass er im Oktober wieder zur gewohnten Schrift zurückgekehrt ist.
Ich blieb lange bei einem Eintrag vom 11. September: Catharina Margaretha Feddersen, geb. Bruns, Wittwe, 47 Jahr, Krambershof Nr. 4, beigesetzt 13. September. Keine Todesursache. In diesem Zeitraum war Cholera die wahrscheinlichste Ursache, aber eingetragen ist sie nicht. Das kann bedeuten, dass der Pastor es vermied — vermutlich aus Rücksicht auf Angehörige oder Nachbarn — oder dass die Diagnose unsicher war. Ich notiere beides, ohne zu entscheiden.
Was mich beschäftigt: Ein späterer Eintrag, kaum vier Seiten weiter, nennt denselben Hof — Krambershof Nr. 4 — für einen Schiffszimmermann, der im Oktober 1832 einzieht. Catharina Feddersen hatte also nur ein Jahr dort gewohnt, soweit ich das aus zwei Einträgen schließen kann. Was davor war, weiß ich nicht. Ein Bürgerbuch für jenen Straßenzug wäre nötig, aber das zugehörige Register ist nicht überliefert. Lücke.
Mittags saß ich auf meiner Bank an der Alster. Der Septemberwind war heute sehr bestimmt. Ich dachte an den Krambershof, der heute nicht mehr existiert — die genaue Lage ist nach dem Großbrand und den Umbenennungen des 19. Jahrhunderts schwer zu fixieren, ich nehme an, es lag irgendwo zwischen dem heutigen Hopfenmarkt und dem Nikolaifleet, aber das ist keine gesicherte Aussage.
Am Nachmittag habe ich den Folianten zurück in die Schutzmappe gelegt. Der Einband hat eine alte Wasserschadenzone, die untere rechte Ecke der ersten zwanzig Seiten ist gewellt und stockfleckig. Die Restaurierungsabteilung hat es erfasst, aber noch keine Kapazität. Catharina Feddersen wartet.
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