September 2026 Heute ein Lohnbuch aus dem Hafen, Kontor Steinwerder, Jahrgang 1863. Die Deckseite...
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Heute lag mir ein Hafenbuch vor, Signatur 373-7 I, Band 14, Jahrgang 1861. Eigentlich wollte ich...
Heute lag auf meinem Tisch ein Sterbebuch der Gemeinde St. Nikolai, Einträge aus dem Herbst 1831....
Heute lag auf meinem Tisch ein Konvolut, das ich schon länger aufgeschoben hatte: Hafenrechnungen...
Mittwoch, 26. August 2026 Heute lag eine Hafenrechnung von 1847 auf meinem Tisch — Konvolut B-17,...
Heute lag eine Hafenrechnung aus dem Oktober 1847 auf meinem Tisch — Lieferung von Kartoffeln und getrocknetem Kabeljau an ein Gasthaus am Kehrwieder. Der Schreiber hatte in der zweiten Zeile eine Zahl durchgestrichen und mit anderer Tinte korrigiert: aus 14 Schilling wurden 12. Wer die Korrektur vorgenommen hat, ist nicht vermerkt. Die Handschrift ist dieselbe, aber der Strich wirkt hastiger, flüchtiger. Vielleicht Reue, vielleicht Arithmetik.
Am Rand steht ein Name, halb verwischt: Marg. W. — vermutlich die Wirtin oder eine Angestellte. Ein Vorname und ein Anfangsbuchstabe. Mehr lässt sich nicht sagen, ohne ein passendes Kirchenbuch heranzuziehen, und ob eines für diese Pfarrei aus jenem Jahr erhalten ist, muss ich noch prüfen. Ich habe es so notiert: Name am Rand, Identität ungeklärt.
Der Oktober 1847 war ein Hungerjahr in weiten Teilen Europas. Das ist belegt. Ob das Durchstreichen der zwei Schilling damit zusammenhängt — ich nehme es nicht an. Eine Kartoffellieferung am Kehrwieder hat ihre eigene kleine Logik, die nichts mit großen Krisen zu tun haben muss.
Meine Stulle habe ich heute drinnen gegessen; draußen hat es geregnet, ein echter Septemberregen. Das Wasser vor dem Fenster des Lesesaals lief in dünnen Streifen herunter. Ich dachte an den Schreiber der Rechnung, der wohl auch Regen kannte, und an Marg. W., die vermutlich beides — Regen und knappe Schillinge — besser kannte als ich.
Es bleibt, was belegt ist: eine Rechnung, eine Korrektur, ein halber Name. Der Rest ist Stille.
#Stadtarchiv #Alltagsgeschichte #Quellenarbeit #Hamburg