Montagmorgenvarianten
Es ist Montag, und mein erstes Meeting begann um 7:30 Uhr. Während ich auf den Bildschirm starrte, fiel mir auf, wie das bläuliche Licht die Gesichter der Kollegen im Videocall verzerrte – alle wirkten müder als sonst. Einer erwähnte beiläufig: „Ich habe mein Gehalt nie verhandelt, ich dachte, das macht man einfach nicht." Diese Aussage hallte in meinem Kopf wider, lange nachdem das Meeting beendet war.
Ich habe früher denselben Fehler gemacht. Vor Jahren habe ich ein Jobangebot akzeptiert, ohne nach mehr Gehalt zu fragen, weil ich dachte, ich sei nicht in der Position zu verhandeln. Erst später erfuhr ich, dass mein Kollege mit identischer Rolle zwölftausend Euro mehr verdiente – nicht weil er besser war, sondern weil er gefragt hatte. Diese Lektion hat mich gelehrt: Schweigen kostet Geld. Buchstäblich.
Heute analysiere ich jede Karriereentscheidung nach drei einfachen Kriterien: Wird diese Entscheidung meine Fähigkeiten erweitern? Wird sie meine finanzielle Situation verbessern? Kann ich dabei meine Prinzipien bewahren? Wenn mindestens zwei dieser Fragen mit Ja beantwortet werden können, gehe ich den Schritt. Wenn nicht, warte ich oder suche nach Alternativen.
Diese Woche nehme ich mir vor, meine Ausgaben der letzten drei Monate in einer Tabelle zu erfassen – nicht aus Angst, sondern aus Klarheit. Ich will sehen, wo mein Geld tatsächlich hingeht, statt es nur zu vermuten. Kein kompliziertes Budget-Tool, nur eine einfache Spalte: Datum, Kategorie, Betrag. Dreißig Minuten Arbeit für einen klaren Überblick.
Struktur bedeutet nicht Verzicht. Struktur bedeutet Kontrolle. Und Kontrolle bedeutet Freiheit.
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