Heute Morgen bin ich wieder mit dem Gedanken aufgewacht, dass meine Gehaltsverhandlung im März näher rückt. Ich habe mir vorgenommen, dieses Mal nicht nur meine Leistungen aufzulisten, sondern konkrete Zahlen zu präsentieren. Wie viel Umsatz habe ich generiert? Welche Prozesse habe ich optimiert? Ohne Daten bleibt alles schwammig, und schwammig bedeutet in Verhandlungen meistens: weniger Geld.
Beim Mittagessen mit einem Kollegen kam das Gespräch auf Altersvorsorge. Er meinte nur: „Ach, dafür hab ich noch Zeit." Das ist ein klassischer Fehler. Zeit ist der wichtigste Faktor beim Vermögensaufbau, und wer mit 35 noch nichts zurücklegt, verschenkt Jahrzehnte des Zinseszinseffekts. Ich habe ihm vorgerechnet, was 100 Euro monatlich über dreißig Jahre bei durchschnittlicher Rendite bedeuten. Seine Reaktion? Schweigen, dann ein zögerliches „Hm, da hast du recht."
Ich selbst habe diese Woche meinen ETF-Sparplan überprüft. Sollte ich die Rate erhöhen oder lieber einen Notgroschen weiter auffüllen? Ich habe mich für Letzteres entschieden. Drei Monatsgehälter sind das Minimum, aber ich fühle mich erst wohl, wenn sechs Monate abgedeckt sind. Unvorhergesehenes kommt immer, und ich will nicht in Panik geraten, wenn die Waschmaschine kaputtgeht oder eine größere Autoreparatur ansteht.
Ein kleiner Denkfehler ist mir auch passiert: Ich hatte vor zwei Wochen ein „Schnäppchen" im Elektronikladen gekauft – ein Gerät, das ich vielleicht irgendwann mal brauchen könnte. Gestern habe ich es noch einmal betrachtet und gemerkt, dass ich es nie auspacken werde. Die Erkenntnis traf mich hart. Reduziert heißt nicht automatisch sinnvoll. Wenn man etwas nicht braucht, ist es auch zu 50 Prozent Rabatt noch zu teuer.
Für die kommende Woche habe ich mir eine konkrete Aufgabe gesetzt: Ich werde alle Abonnements durchgehen – Streaming, Apps, Zeitschriften. Ich vermute, dass ich mindestens zwei oder drei Dienste zahle, die ich kaum nutze. Das sind vielleicht nur 20 bis 30 Euro im Monat, aber hochgerechnet auf ein Jahr ist das ein Kurzurlaub, den ich mir schenke, ohne es zu merken.
Am Abend habe ich noch ein Kapitel in einem Buch über Verhandlungstaktiken gelesen. Eine Passage ist mir hängengeblieben: „Wer keine klare Zahl im Kopf hat, bekommt die Zahl des anderen." Simpel, aber wahr. Ich werde mir bis Ende Februar meine Untergrenze und meine Wunschsumme notieren – und dazwischen liegt der Verhandlungsspielraum.
Finanzen sind kein Hexenwerk, aber sie verlangen Struktur. Wer nachlässig plant, zahlt später drauf – entweder mit Geld oder mit verpassten Chancen.
#Karriere #Gehaltsverhandlung #Altersvorsorge #Finanzen #Struktur