Heute Morgen beim Kaffee fiel mir auf, wie laut die Heizung rattert – ein kleiner Defekt, der mich seit Wochen nervt. Statt ihn zu ignorieren, habe ich endlich den Vermieter angerufen. Zehn Minuten, eine klare Beschreibung des Problems, fertig. Das erinnerte mich daran: Viele meiner Kollegen beschweren sich über zu niedrige Gehälter, aber niemand führt das Gespräch mit dem Chef. Sie warten auf den perfekten Moment, der nie kommt.
Ich habe diese Woche drei Freunde gefragt, wann sie das letzte Mal nach einer Gehaltserhöhung gefragt haben. „Ich warte noch ein bisschen", sagte einer. „Wenn das Projekt abgeschlossen ist", meinte die andere. Ausreden, nichts weiter. Dabei ist die Regel einfach: Wer nicht fragt, bekommt nichts. Keine Firma zahlt freiwillig mehr, nur weil du gut arbeitest. Das ist naive Hoffnung, keine Strategie.
Natürlich sollte man nicht einfach ins Büro stürmen und fordern. Die Vorbereitung zählt. Ich prüfe drei Dinge, bevor ich ein Gehaltsgespräch führe: erstens, konkrete Erfolge der letzten sechs bis zwölf Monate – mit Zahlen, nicht nur Gefühlen. Zweitens, Marktvergleich – was verdienen andere in meiner Position? Drittens, Timing – ist die Firma gerade in einer Wachstumsphase oder kämpft sie ums Überleben?