Heute Morgen um 6:15 Uhr – noch vor dem ersten Kaffee – saß ich am Küchentisch und starrte auf meine Kontoauszüge. Das kalte bläuliche Licht des Laptop-Bildschirms, der leise surrende Kühlschrank im Hintergrund. Zahlen, überall Zahlen. Drei verschiedene Konten, zwei Kreditkarten, ein Depot. Chaos in Tabellenform.
Seit acht Monaten versuche ich, meine Finanzen „im Griff" zu haben. Budgets erstellt, Apps heruntergeladen, Excel-Tabellen angelegt. Und trotzdem: Am Ende jedes Monats die gleiche diffuse Unsicherheit. Wo ist das Geld eigentlich hin? Die 47 Euro für „Sonstiges" letzte Woche – was war das nochmal?
Das Problem ist nicht mangelnde Disziplin. Das Problem ist mangelnde Klarheit. Zu viele Systeme, zu viele Kategorien, zu viele „flexible" Regeln, die ich mir selbst auferlegt habe. „Maximal 200 Euro für Essen, aber wenn ich Sport mache, darf ich 30 Euro mehr ausgeben" – was soll dieser Unsinn?