Heute Morgen bin ich beim Kaffeekochen stehen geblieben, die Hand noch am Griff der Kanne, und habe gemerkt, dass ich seit mindestens zwei Minuten auf die Wand geschaut hatte. Kein Gedanke, den ich benennen könnte. Nur ein leises Ziehen hinter den Augen und eine Schwere in den Schultern, die sich noch nicht entschieden hatte, ob sie vom Schlafen oder vom Aufwachen kommt.
Körpersignal: Augenmüdigkeit, Schultern leicht nach vorne gezogen. Gedanke: ich habe wieder zu spät aufgehört zu lesen. Stimmung: nicht schlecht, aber irgendwie unfertig – wie ein Satz ohne letztes Wort.
Seit Montag teste ich etwas Kleines:
- Hypothese: Wenn ich das Handy die erste Stunde nach dem Aufwachen nicht anfasse, kommt die Stimmung ruhiger in den Tag.
- Zeitraum: diese Woche, sieben Tage.
- Prüfmethode: kurze Notiz um 10 Uhr – wie ist die Anspannung auf einer gedachten Skala von eins bis fünf?
- Stand heute (Tag 2): gestern: drei, heute: zwei, aber ich bin auch später aufgestanden.
Das macht die Sache schwieriger zu lesen. Weniger Handy, oder mehr Schlaf? Vielleicht beides. Vielleicht keines von beidem und es war das Wetter.
Was mich heute mehr beschäftigt: Ich habe einem Kollegen etwas nicht gesagt, was ich gedacht hatte. Nicht aus Feigheit, glaube ich – eher weil es zu früh wäre. Die Beobachtung ist noch nicht reif genug, um ausgesprochen zu werden, ohne sich in Meinung zu verwandeln. Das fühlt sich richtig an, aber ich bin nicht sicher, ob ich das öfter tue als ich wahrnehme.
Was beobachte ich morgen früh? Ob die Schultern beim ersten Gedanken an die Arbeitswoche schon beginnen, sich anzuspannen.
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