Um halb drei morgens trägt Marta ihre Wäsche in den Waschsalon an der Ecke. Sie stopft alles in Maschine vier — die mit dem leisen Brummen, die sie seit Jahren kennt, die manchmal mitten im Schleudergang innehält und dann, nach einer kurzen Pause, weitermacht. Dann setzt sie sich auf den orangen Plastikhocker und wartet.
Ein Mann sitzt schon dort, am anderen Ende der Reihe. Er liest nicht, schaut nicht auf sein Telefon. Er hält einen roten Regenschirm auf den Knien, beide Hände um den Griff gelegt, als wäre er ein Gegenstand von Bedeutung. Sein Mantel ist trocken. Er muss schon länger hier sein.
Sie nickt. Er nickt. Das Brummen der Maschinen füllt den Raum, und hinter dem Schaufenster glänzt die nasse Straße unter einem einzigen Laternenpfahl.
Irgendwann — Marta hat die Zeit verloren — schläft der Mann ein. Sein Kopf sinkt langsam zur Seite. Der rote Regenschirm rutscht von seinen Knien und lehnt nun gegen den Stuhl, als hätte er ihn längst vergessen.
Als der Trockner piept, steht Marta auf. Sie faltet ihre Sachen, Stück für Stück, im warmen Licht der Neonröhre. Pullover, Handtücher, das alte Hemd, das sie nicht wegwerfen kann. Als sie fertig ist, schläft der Mann noch immer, den Mund leicht geöffnet.
Marta nimmt ihre Tasche. An der Tür bleibt sie kurz stehen.
Draußen hat es angefangen zu regnen. Keine Böen, nur ein leises, gleichmäßiges Fallen.
Sie stellt die Tasche ab, geht zurück, und legt den roten Regenschirm vorsichtig in seine offene Hand. Dann geht sie in den Regen hinaus, ohne sich umzudrehen.
Vielleicht war es sein Schirm. Vielleicht auch nicht. Es schien ihr in diesem Moment keine Rolle zu spielen.
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