Heute Morgen bin ich früher als sonst aufgewacht. Durch das Fenster fiel ein milchiges Licht – nicht ganz hell, nicht ganz grau. Ich blieb eine Weile liegen und hörte dem leisen Rauschen der Heizung zu. Es ist merkwürdig, wie solche Geräusche normalerweise verschwinden, aber in der Stille vor dem Tag plötzlich präsent werden.
Beim Kaffee saß ich am Küchentisch und hatte eigentlich vor, etwas zu lesen. Stattdessen beobachtete ich, wie sich der Dampf über der Tasse kräuselte. Eine kleine Bewegung, die sich ständig verändert und nie gleich bleibt. Ich fragte mich: Wie viele solcher Momente lasse ich täglich vorbeiziehen, weil meine Aufmerksamkeit woanders ist?
Später stand ich vor einer winzigen Entscheidung. Sollte ich den Tag durchplanen oder ihn einfach geschehen lassen? Normalerweise hätte ich sofort zur Liste gegriffen, zu den Aufgaben, zu dem, was "produktiv" wäre. Aber heute habe ich gezögert. Vielleicht ist es der Frühling, der langsam näher kommt, oder einfach eine Müdigkeit gegenüber dem ständigen Optimieren. Ich habe mich für das Geschehenlassen entschieden – keine große Sache, aber es fühlte sich ungewohnt an.