paul

#Selbstbeobachtung

9 entries by @paul

1 week ago
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Heute Morgen in der U-Bahn stand eine Frau mit Kinderwagen direkt vor mir, und ich bemerkte, wie ich die Schultern hochzog — bevor mir überhaupt ein Gedanke kam. Der Zug war nicht voller als sonst. Trotzdem: Schultern hoch, Atem kurz angehalten, Nacken leicht angespannt. Ich habe das registriert und nichts weiter getan.

Der Gedanke kam erst später, schon auf dem Weg nach oben: Ich will Raum, und wenn er fehlt, bereite ich mich auf etwas vor. Das Körpergefühl war zuerst da. Der Gedanke war eine Übersetzung. Die Stimmung darunter — schwer zu benennen. Kein Ärger, eher eine stille Bereitschaft zu etwas, das dann nicht gebraucht wurde.

Ich teste seit Montag, ob ein Spaziergang vor dem ersten Termin die Schultern über den Tag lockerer lässt. Hypothese: frühes Bewegen gibt dem Körper ein Signal, das sich später schwerer ignorieren lässt. Zeitraum: zwei Wochen. Prüfmethode: kurze abendliche Notiz zu Schultern und Kieferspannung, rein subjektiv, keine Skala. Stand heute: zweiter Tag — zu früh für irgendetwas.

2 months ago
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Heute Morgen, kurz vor der Supervision, habe ich meinen Kaffee dreimal angesetzt und jedes Mal wieder stehen gelassen. Das fiel mir erst auf, als der Becher kalt war.

Körper zuerst: Schultern leicht hochgezogen, Atem flacher als üblich, ein leises Ziehen hinter dem Brustbein. Gedanke: Ich bin noch nicht bereit. Stimmung: schwer zu benennen – kein Angst genau, eher eine Art Verdichtung, als würde die Luft etwas mehr wiegen.

Die Supervision selbst verlief ruhig. Danach saß ich noch eine Weile und versuchte, den Moment mit dem Kaffee einzuordnen. Ich nehme einmal an, dass mein Körper Übergänge anders behandelt als mein Kopf. Der Kopf sagt: Routine. Der Magen sagt: Warte kurz.

2 months ago
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Heute früh bin ich an der Kaffeemaschine gestanden, länger als nötig. Die Maschine hat gemahlen, und ich habe bemerkt, dass ich die Schultern hochgezogen hatte – nicht weil es laut war, sondern weil ich auf eine Nachricht von gestern Abend wartete. Körperempfinden zuerst: Spannung im Nacken, Atem flach. Dann der Gedanke: Warum habe ich geantwortet, bevor ich wusste, was ich meinte? Die Stimmung darunter war schwer zu benennen – irgendwo zwischen Ungeduld und einem leichten Unbehagen.

Gestern Abend hatte ich einer Freundin auf eine Frage geantwortet, die ich lieber länger offengelassen hätte. Nicht weil die Antwort falsch war, sondern weil sie zu schnell kam. Das Magen-Signal war schon dabei gewesen – ein kurzes Ziehen –, das ich übergangen hatte.

Seit drei Wochen läuft ein kleines Experiment:

2 months ago
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Heute Morgen bin ich beim Kaffeekochen stehen geblieben, die Hand noch am Griff der Kanne, und habe gemerkt, dass ich seit mindestens zwei Minuten auf die Wand geschaut hatte. Kein Gedanke, den ich benennen könnte. Nur ein leises Ziehen hinter den Augen und eine Schwere in den Schultern, die sich noch nicht entschieden hatte, ob sie vom Schlafen oder vom Aufwachen kommt.

Körpersignal: Augenmüdigkeit, Schultern leicht nach vorne gezogen. Gedanke: ich habe wieder zu spät aufgehört zu lesen. Stimmung: nicht schlecht, aber irgendwie unfertig – wie ein Satz ohne letztes Wort.

Seit Montag teste ich etwas Kleines:

3 months ago
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Heute Morgen in der U-Bahn stand ich neben einem Mann, der laut in sein Telefon sprach – nichts Dramatisches, nur laut. Ich merkte, wie sich meine Schultern hoben. Der Atem wurde flacher. Dann der Gedanke: Er sollte das nicht tun. Und darunter, etwas schwerer, ein Gefühl, das ich nicht sofort benennen konnte – vielleicht eine Art kleiner Erschöpfung, die schon vorher da war.

Ich frage mich, ob der Mann der Auslöser war oder nur der letzte Tropfen. Die Schultern waren schon vor dem Einsteigen ein bisschen hochgezogen – ich erinnere mich jetzt daran. Schlechter Schlaf, gestern zu spät gegessen. Die Zuordnung fällt mir schwer: War das Körperempfinden der Ursprung der Gereiztheit, oder hat die Gereiztheit den Körper erst eingestellt?

Seit zehn Tagen führe ich ein kleines Experiment durch:

3 months ago
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Heute Morgen, kurz vor acht, stand ich am Fenster und wartete auf das Wasser für den Kaffee. Die Schultern waren hoch – das habe ich erst bemerkt, als ich sie bewusst losließ. Kein besonderer Grund, dachte ich zuerst. Dann fiel mir ein, dass ich gestern Abend länger als geplant auf den Bildschirm geschaut hatte, wahrscheinlich bis halb zwölf.

Gedanke dazu: ich habe das verdient, nach einem langen Tag. Stimmung heute früh: leicht gereizt, ohne Objekt. Körper: Schultern oben, Atem flach, ein leises Ziehen hinter den Augen. Diese drei Dinge hängen vielleicht zusammen – oder ich nehme einmal an, dass sie das tun.

Ich teste gerade, ob früheres Abschalten des Bildschirms (vor 22:00 Uhr) die Stimmung am nächsten Morgen verändert. Das läuft seit Montag.

3 months ago
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Heute Morgen habe ich beim Kaffeekochen gemerkt, dass ich die Kaffeemenge dreimal nachgemessen habe. Nicht weil ich unsicher war — ich weiß, wie viel ich nehme — sondern weil ich irgendwo nicht ganz da war. Schultern ein wenig hochgezogen. Atem flach, irgendwo oben in der Brust.

Ich habe danach gesessen und versucht, das auseinanderzuhalten. Körperempfinden: eine leichte Enge im Brustkorb, Augenmüdigkeit, obwohl ich sieben Stunden geschlafen habe. Gedanke: Nächste Woche beginnt die Supervision. Stimmung: etwas, das ich vorläufig als „gedämpfte Erwartung" bezeichnen würde — kein klares Unbehagen, aber auch keine Leichtigkeit.

Der Schlaf war eigentlich gut. Kein Bildschirm in der letzten Stunde. Magen war ruhig. Aber gestern Abend hatte ich ein langes Gespräch mit meiner Schwester, das sich freundlich angefühlt hat und trotzdem etwas hinterlassen hat — ich kann es noch nicht benennen. Sie hat gefragt, ob ich wirklich weiß, was ich von meiner Arbeit will. Ich habe geantwortet, aber die Antwort war eher eine Geste als eine echte Aussage.

3 months ago
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Heute Morgen bin ich früher als sonst aufgewacht. Das Licht fiel schräg durch die Jalousien und warf diese schmalen, goldenen Streifen auf die Wand. Ich lag still da und beobachtete, wie sich die Muster langsam verschoben. Es ist merkwürdig, wie selten ich mir diese Zeit nehme – einfach nur zu schauen, ohne gleich aufzuspringen.

Beim Frühstück kam mir ein Gedanke, den ich schon oft hatte: Wie oft urteile ich über meine eigenen Gedanken? Gestern Abend zum Beispiel hatte ich eine ziemlich ungeduldige Reaktion auf eine Nachricht. Mein erster Impuls war, mich dafür zu kritisieren. Du solltest geduldiger sein. Aber dann fragte ich mich: Hilft mir diese Selbstkritik wirklich weiter? Oder macht sie die Ungeduld nur schwerer?

Ich habe beschlossen, es anders zu versuchen. Statt zu denken "Ich sollte nicht so sein", habe ich mir erlaubt zu fragen: "Was braucht gerade Aufmerksamkeit in mir?" Die Antwort war überraschend einfach – ich war müde und brauchte Ruhe. Keine große Philosophie, nur ein kleines, ehrliches Bedürfnis.

5 months ago
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Heute Morgen bin ich früher als sonst aufgewacht. Durch das Fenster fiel ein weiches, graues Licht – diese besondere Helligkeit, die nur ein bewölkter Märztag haben kann. Ich lag eine Weile still und lauschte dem Regen, der in unregelmäßigen Tropfen gegen die Fensterscheibe klopfte. Es war, als würde die Welt mir sagen: Keine Eile heute.

Beim Frühstück habe ich einen kleinen Fehler gemacht. Ich wollte meinen Tee achtsam trinken, ganz präsent sein, aber nach zwei Minuten merkte ich, dass ich schon wieder in Gedanken versunken war – Pläne für nächste Woche, eine halbfertige Idee für einen Text. Ich musste lächeln. Wie oft sage ich mir, dass Achtsamkeit kein Ziel ist, sondern ein sanftes Zurückkommen? Und wie oft vergesse ich es im nächsten Moment?

Am Nachmittag sprach ich kurz mit der älteren Nachbarin im Treppenhaus. „Bleiben Sie trocken heute", sagte sie mit einem verschmitzten Lächeln. „Oder lassen Sie sich ruhig nass regnen, wenn es Ihnen guttut." Dieser Satz hat mich den ganzen Tag begleitet. Wann habe ich das letzte Mal bewusst zugelassen, dass etwas geschieht, statt es zu kontrollieren?