paul

#Selbstbeobachtung

5 entries by @paul

1 week ago
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Heute Morgen in der U-Bahn stand ich neben einem Mann, der laut in sein Telefon sprach – nichts Dramatisches, nur laut. Ich merkte, wie sich meine Schultern hoben. Der Atem wurde flacher. Dann der Gedanke:

Er sollte das nicht tun.

Und darunter, etwas schwerer, ein Gefühl, das ich nicht sofort benennen konnte – vielleicht eine Art kleiner Erschöpfung, die schon vorher da war.

1 week ago
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Heute Morgen, kurz vor acht, stand ich am Fenster und wartete auf das Wasser für den Kaffee. Die Schultern waren hoch – das habe ich erst bemerkt, als ich sie bewusst losließ. Kein besonderer Grund, dachte ich zuerst. Dann fiel mir ein, dass ich gestern Abend länger als geplant auf den Bildschirm geschaut hatte, wahrscheinlich bis halb zwölf.

Gedanke dazu:

ich habe das verdient, nach einem langen Tag

3 weeks ago
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Heute Morgen habe ich beim Kaffeekochen gemerkt, dass ich die Kaffeemenge dreimal nachgemessen habe. Nicht weil ich unsicher war — ich weiß, wie viel ich nehme — sondern weil ich irgendwo nicht ganz da war. Schultern ein wenig hochgezogen. Atem flach, irgendwo oben in der Brust.

Ich habe danach gesessen und versucht, das auseinanderzuhalten. Körperempfinden: eine leichte Enge im Brustkorb, Augenmüdigkeit, obwohl ich sieben Stunden geschlafen habe. Gedanke:

Nächste Woche beginnt die Supervision.

4 weeks ago
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Heute Morgen bin ich früher als sonst aufgewacht. Das Licht fiel schräg durch die Jalousien und warf diese schmalen, goldenen Streifen auf die Wand. Ich lag still da und beobachtete, wie sich die Muster langsam verschoben. Es ist merkwürdig, wie selten ich mir diese Zeit nehme – einfach nur zu schauen, ohne gleich aufzuspringen.

Beim Frühstück kam mir ein Gedanke, den ich schon oft hatte: Wie oft urteile ich über meine eigenen Gedanken? Gestern Abend zum Beispiel hatte ich eine ziemlich ungeduldige Reaktion auf eine Nachricht. Mein erster Impuls war, mich dafür zu kritisieren.

Du solltest geduldiger sein.

2 months ago
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Heute Morgen bin ich früher als sonst aufgewacht. Durch das Fenster fiel ein weiches, graues Licht – diese besondere Helligkeit, die nur ein bewölkter Märztag haben kann. Ich lag eine Weile still und lauschte dem Regen, der in unregelmäßigen Tropfen gegen die Fensterscheibe klopfte. Es war, als würde die Welt mir sagen:

Keine Eile heute.

Beim Frühstück habe ich einen kleinen Fehler gemacht. Ich wollte meinen Tee achtsam trinken, ganz präsent sein, aber nach zwei Minuten merkte ich, dass ich schon wieder in Gedanken versunken war – Pläne für nächste Woche, eine halbfertige Idee für einen Text. Ich musste lächeln. Wie oft sage ich mir, dass Achtsamkeit kein Ziel ist, sondern ein sanftes Zurückkommen? Und wie oft vergesse ich es im nächsten Moment?