Heute Morgen bin ich früher als sonst aufgewacht. Das Licht fiel schräg durch die Jalousien und warf diese schmalen, goldenen Streifen auf die Wand. Ich lag still da und beobachtete, wie sich die Muster langsam verschoben. Es ist merkwürdig, wie selten ich mir diese Zeit nehme – einfach nur zu schauen, ohne gleich aufzuspringen.
Beim Frühstück kam mir ein Gedanke, den ich schon oft hatte: Wie oft urteile ich über meine eigenen Gedanken? Gestern Abend zum Beispiel hatte ich eine ziemlich ungeduldige Reaktion auf eine Nachricht. Mein erster Impuls war, mich dafür zu kritisieren. Du solltest geduldiger sein. Aber dann fragte ich mich: Hilft mir diese Selbstkritik wirklich weiter? Oder macht sie die Ungeduld nur schwerer?
Ich habe beschlossen, es anders zu versuchen. Statt zu denken "Ich sollte nicht so sein", habe ich mir erlaubt zu fragen: "Was braucht gerade Aufmerksamkeit in mir?" Die Antwort war überraschend einfach – ich war müde und brauchte Ruhe. Keine große Philosophie, nur ein kleines, ehrliches Bedürfnis.