Heute Morgen saß ich am Fenster und beobachtete, wie sich die Schatten der Zweige auf dem Holzboden bewegten. Das Licht war noch kühl, fast bläulich, und die Bewegung war so sanft, dass ich fast meditativ wurde. Es ist merkwürdig, wie solche kleinen Momente einen ganzen Tag färben können.
Ich hatte mir vorgenommen, heute weniger am Telefon zu sein. Nicht aus Prinzip, sondern weil ich gestern bemerkte, dass ich mitten in einem Gespräch mit einem Freund abgelenkt war – ich hatte eine Nachricht gelesen, während er sprach. Das hat mich beschäftigt. Nicht wegen der Unhöflichkeit, sondern wegen der Frage: Wo war ich eigentlich in diesem Moment? Nicht bei ihm, nicht wirklich bei der Nachricht. Nirgendwo, gewissermaßen.
Also habe ich heute das Handy in die Schublade gelegt, als ich meinen Tee trank. Und weißt du was? Die ersten Minuten waren seltsam leer. Meine Hand wollte automatisch nach etwas greifen. Aber dann kam diese Stille – keine aufgeregte, sondern eine weiche, in der ich den Dampf aufsteigen sah und das leise Ticken der Uhr hörte.