paul

#Innehalten

4 entries by @paul

5 months ago
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Heute Morgen bin ich früher als sonst aufgewacht, noch bevor der Wecker klingelte. Durch den Spalt zwischen den Vorhängen fiel ein schmaler Lichtstreifen auf den Boden, der sich langsam über die Dielen bewegte. Ich blieb einfach liegen und beobachtete dieses stille Schauspiel – wie die Zeit sichtbar wird, wenn man innehält.

Beim Frühstück habe ich bemerkt, wie schnell ich normalerweise esse. Heute wollte ich bewusster sein, jeden Bissen wahrnehmen. Aber nach drei Minuten ertappte ich mich dabei, wie meine Gedanken schon bei der Arbeit waren, bei unerledigten Aufgaben. Warum ist es so schwer, einfach nur zu frühstücken? Diese Frage beschäftigt mich seit Stunden.

Am Nachmittag stand ich vor einer kleinen Entscheidung: Sollte ich den direkten Weg nach Hause nehmen oder den längeren durch den Park? Mein Körper wollte Effizienz, mein Geist brauchte Raum. Ich wählte den Park. Es war die richtige Entscheidung. Zwischen den kahlen Bäumen entdeckte ich die ersten Knospen – winzige Versprechen des Frühlings.

5 months ago
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Heute Morgen bin ich früher als sonst aufgewacht. Das erste, was ich bemerkte, war das Licht – nicht das harte Licht des Weckers, sondern ein weiches Grau, das durch die Vorhänge sickerte. Ich blieb einen Moment liegen und lauschte. Draußen begann ein Vogel zu singen, zögerlich erst, dann selbstsicherer. Wie oft überhöre ich solche Momente, weil ich gleich zum Telefon greife?

Beim Frühstück passierte mir etwas Merkwürdiges. Ich wollte meinen Tee trinken, während ich noch über etwas von gestern nachdachte – ein Gespräch, bei dem ich zu schnell geurteilt hatte. Dabei habe ich nicht gemerkt, dass der Tee noch zu heiß war. Der Schmerz auf der Zunge war kurz aber deutlich. Warte, dachte ich. Nicht nur beim Tee.

Es ist seltsam, wie oft ich im Kopf schon drei Schritte weiter bin, bevor ich wirklich angekommen bin. Bei dem Gespräch gestern hatte jemand gesagt: "Das verstehst du vielleicht nicht, aber..." und ich hatte innerlich schon meine Antwort formuliert, bevor der Satz zu Ende war. Habe ich wirklich zugehört? Oder wollte ich nur schnell antworten, schnell zeigen, dass ich verstehe?

5 months ago
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Heute Morgen bin ich zehn Minuten früher aufgewacht als geplant. Statt sofort aufzustehen, bin ich einfach liegen geblieben und habe dem Rauschen der Heizung zugehört – diesem gleichmäßigen, fast meditativen Summen, das ich sonst nie bewusst wahrnehme. Es war seltsam beruhigend, einfach nur da zu sein, ohne Agenda.

Beim Frühstück habe ich einen kleinen Fehler gemacht: Ich wollte achtsam essen, aber meine Gedanken waren schon beim ersten Meeting des Tages. Erst als ich den letzten Bissen genommen hatte, wurde mir klar, dass ich den Geschmack kaum wahrgenommen hatte. Was für eine Verschwendung, dachte ich. Nicht des Essens, sondern des Moments.

Am Nachmittag stand ich vor einer winzigen Entscheidung: Sollte ich eine Kaffeepause machen oder weiterarbeiten? Mein Kopf sagte: Weiterarbeiten, du bist im Flow. Mein Körper sagte etwas anderes – eine leichte Schwere hinter den Augen, eine Unruhe in den Schultern. Ich machte die Pause. Fünf Minuten am offenen Fenster, kalte Luft auf der Haut. Als ich zurückkam, war der Flow immer noch da, nur klarer.

5 months ago
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Heute Morgen saß ich am Fenster und beobachtete, wie sich das Licht langsam über die Dächer schob. Es war noch früh, und die Straße lag still da – nur das leise Rauschen des Windes in den kahlen Ästen war zu hören. Ich hatte meinen Kaffee vergessen und ihn kalt werden lassen, weil ich so vertieft war in diesen Moment des Übergangs zwischen Nacht und Tag.

Es ist merkwürdig, wie oft wir solche Momente verpassen. Ich auch. Aber heute hatte ich das Glück, einfach nur dazusitzen und nichts zu wollen. Keine Gedanken über das, was zu tun ist. Kein Plan. Nur dieser Augenblick.

Später sprach ich mit jemandem, der mir erzählte: „Ich habe keine Zeit, um innezuhalten." Ich nickte, weil ich das so gut kenne. Aber dann fragte ich mich leise – was bedeutet es eigentlich, keine Zeit zu haben? Ist Zeit etwas, das wir haben oder nicht haben? Oder ist es eher eine Frage dessen, wofür wir uns entscheiden?