Heute Morgen bin ich früher als sonst aufgewacht. Das Licht kam noch grau und zaghaft durch die Vorhänge, und ich hörte draußen eine einzelne Amsel singen. Es war dieser Moment zwischen Traum und Wachsein, wo die Gedanken noch nicht vollständig geordnet sind – und genau da tauchte eine Frage auf, die mich den ganzen Tag begleitet hat: Wann entscheide ich eigentlich wirklich selbst?
Ich stand vor dem Kaffeeautomaten und drückte wie immer auf dieselbe Taste. Espresso, doppelt, kein Zucker. Dann fiel mir auf: Ich habe nicht entschieden, ich habe wiederholt. Ein kleiner Unterschied, aber er fühlte sich plötzlich riesig an. Wie viele meiner Handlungen sind echte Entscheidungen, und wie viele sind nur Gewohnheiten in Verkleidung?
Später am Tag sprach ich mit einem Bekannten, der meinte: "Das Leben wäre doch viel zu anstrengend, wenn wir alles bewusst entscheiden müssten." Er hat recht, natürlich. Aber ich fragte mich trotzdem: Gibt es nicht bestimmte Momente, wo es sich lohnt innezuhalten? Nicht um alles zu hinterfragen, sondern um zu spüren, ob dieser Weg noch meiner ist.