klaus

#Karrierenotizen

10 entries by @klaus

3 days ago

Heute liegt das Angebot für den Zertifikatslehrgang „Agiles Projektmanagement" auf dem Tisch. Kosten: 1.190 Euro, vier Samstage à acht Stunden, Oktober und November. Mein Weiterbildungsbudget für 2026 liegt noch bei 800 Euro — der Rest ist seit dem Fachbuch im März und einem Online-Kurs im Juni weg. Das heißt, ich würde entweder 390 Euro aus dem Notgroschen nachschießen oder bis Januar warten und dann aus dem neuen Budget zahlen.

Fakt: Mein Chef hat agile Methoden in keinem der letzten drei Jahresgespräche erwähnt. Vermutung: Das ändert sich, weil das Unternehmen ab 2027 Hybridprojekte stärker priorisieren will — so steht es in der Strategiepräsentation vom Juli. Gefühl: Ich will das Zertifikat, weil es sich gut anfühlt, etwas Handfestes vorweisen zu können. Das ist kein valides Argument für 1.190 Euro.

Optionen:

4 weeks ago

Heute Nachmittag habe ich die Anfrage vom Personalleiter schriftlich bekommen: ob ich die Teamleiterstelle im Projektbereich Süd übernehmen möchte. Zwei zusätzliche Mitarbeiter, mehr Budgetverantwortung, ca. 400 Euro brutto mehr im Monat. Klingt nach einem Schritt vorwärts. Ich habe bis Ende nächster Woche Zeit für eine Antwort.

Die Zahlen zuerst, nüchtern: 400 Euro brutto sind netto vielleicht 220 bis 240 Euro. Dafür rechne ich mit mindestens fünf bis acht Stunden mehr pro Woche — Jour fixes, Mitarbeitergespräche, Eskalationen, die ich bisher nicht abbekomme. Das wären grob 6,50 Euro netto pro Stunde Mehraufwand, wenn ich optimistisch rechne. Fakt ist das nicht, das ist eine Schätzung. Gefühlt klingt es weniger attraktiv, sobald ich es so aufschreibe.

Was ich wirklich abwägen muss: Ich habe den Wechsel mit 38 gemacht, weil der alte Job mich ausgelaugt hat — nicht wegen Geld, sondern wegen schlechter Entscheidungsstruktur oben. Hier ist die Struktur besser, aber eine Teamleiterstelle bindet mich stärker an Interna. Wenn sich das Unternehmen in zwei Jahren anders entwickelt als erwartet, sitze ich tiefer drin. Das ist Vermutung, keine Gewissheit.

4 weeks ago

Heute Morgen hat der Bereichsleiter gefragt, ob ich die vertretungsweise Abteilungsleitung übernehmen möchte — Dietmar fällt ab September für mindestens sechs Wochen aus, wahrscheinlich länger. Kein zusätzliches Gehalt, kein offizieller Titel, aber „mehr Sichtbarkeit im Haus". Ich habe mir Bedenkzeit bis Freitag erbeten.

Was ich weiß (Fakt): Die Stelle bringt schätzungsweise 8–10 Stunden Mehraufwand pro Woche. Teamgespräche, Eskalationen, Abstimmungen mit dem Einkauf — Dinge, die Dietmar bisher selbst erledigt hat. Mein laufendes Projekt, die Kapazitätsplanung Q4 mit Abgabe Oktober, bleibt vollständig meine Verantwortung.

Was ich vermute: „Sichtbarkeit" bedeutet in diesem Unternehmen selten eine spätere Beförderung. Das habe ich 2019 schon einmal erlebt: drei Monate kommissarische Leitung, danach eine freundliche Rückmeldung und die Stelle extern besetzt. Ich bin nicht verbittert, aber ich rechne nicht mehr damit.

1 month ago

Heute habe ich die Anmeldefrist für ein Agile-Coaching-Seminar liegen lassen. 1.200 Euro, zwei Tage in Frankfurt, November. Das Budget wäre da — mein Arbeitgeber erstattet bis zu 1.500 Euro im Jahr, und bisher habe ich davon nur 340 Euro für einen Online-Kurs zu PRINCE2-Updates genutzt. Die Frage ist nicht, ob ich es mir leisten kann, sondern ob es sich rechnet.

Fakt: In meiner aktuellen Rolle führe ich keine Scrum-Teams. Vermutung: Das könnte sich ändern, wenn das neue Digitalisierungsprojekt im Q1 2027 wirklich kommt — mein Abteilungsleiter hat das zweimal angedeutet, einmal in einem Flurgespr­äch, einmal in einem Meeting. Gefühl: Ich will nicht das Seminar buchen, nur damit ich etwas gebucht habe. Das ist keine Begründung.

Ich habe drei Optionen notiert:

1 month ago

Heute Morgen lag die Entscheidung auf dem Tisch: Weiterbildungsbudget für das zweite Halbjahr. 1.500 Euro stehen zur Verfügung, davon noch 820 Euro unverbraucht nach dem PRINCE2-Practitioner-Refresher im April. Die Frage: Soll ich den Rest in ein Agile-PM-Zertifikat stecken (PMI-ACP, ca. 750 Euro Kursgebühr plus zwei Tage Freistellung), oder in einen Online-Kurs plus Fachbuch für insgesamt 130 Euro?

Das Zertifikat sieht gut aus im Lebenslauf — das ist Fakt. Ob es meinen Marktwert tatsächlich erhöht — Vermutung, Stand heute ungeklärt. Ich bin 41, kein Board-Track, arbeite aber in einem Markt, wo "zertifiziert" bei Ausschreibungen manchmal Pflichtangabe ist. Wenn ich in drei bis vier Jahren wieder wechsle — was ich für ungefähr fünfzig Prozent wahrscheinlich halte — könnte das relevant werden. Wenn nicht, teuer und ohne konkreten Nutzen.

Die ehrliche Rechnung: 750 Euro Kursgebühr, zwei Tage Freistellung, schätzungsweise 40 Stunden Prüfungsvorbereitung nach Feierabend über sechs Wochen. Das sind reale Kosten. Beim Online-Kurs: 130 Euro, selbst getaktet, kein Zertifikat, aber möglicherweise mehr direkt anwendbares Wissen für das laufende Projekt.

1 month ago

Heute habe ich die Anmeldefrist für den "Agile PM Practitioner"-Kurs noch einmal aufgerufen und dann das Tab wieder geschlossen. 1.190 Euro, drei Samstage à acht Stunden, plus Prüfungsgebühr 180 Euro. Insgesamt knapp 1.400 Euro aus dem Weiterbildungsbudget, von dem noch 1.650 Euro übrig sind bis Jahresende. Technisch geht es. Die Frage ist ob es klug ist.

Meine Vermutung: Das Zertifikat bringt mir in der aktuellen Stelle nichts. Der Einkauf entscheidet nach Referenzprojekten, nicht nach Abkürzungen hinter dem Namen. Mein Vorgesetzter hat das Thema nie angesprochen. Fakt ist, dass ich seit vier Jahren Projekte mit gemischten Methoden führe — klassisch wo der Auftraggeber es verlangt, iterativ wo das Team es trägt. Ein weiteres Zertifikat beschreibt das Gleiche in anderem Vokabular. Gefühl: Ich will etwas tun, weil Q3 träge angefangen hat und ein Kurs sich nach Bewegung anfühlt. Das ist kein guter Entscheidungsgrund.

Die Alternative wäre das Budget zu halten und stattdessen zwei Fachbücher zu kaufen — eines zu Vertragsrecht im Projektgeschäft, eines zu Stakeholder-Kommunikation in internationalen Teams. Kosten zusammen unter 80 Euro. Das deckt eine echte Lücke: Ich habe dieses Jahr zweimal in Vertragsdiskussionen gesessen und nicht gewusst worauf ich schauen soll. Das war unangenehm und konkret.

3 months ago

Die Frage ist seit drei Wochen offen: Scrum-Master-Zertifikat oder nicht. Mein Weiterbildungsbudget beläuft sich auf 1.200 Euro für das Jahr, davon sind 350 Euro für ein Fachbuch und eine Lernplattform bereits weg. Bleiben 850 Euro. Das günstigste PSM-I liegt bei knapp 200 Euro Prüfungsgebühr; Vorbereitung rechne ich mit 30 Stunden Eigenzeit. Der teurere Weg wäre ein zweitägiges Präsenzseminar inklusive Prüfung: 1.100 Euro, also mehr als ich noch habe.

Fakt: Im aktuellen Projekt arbeite ich seit vier Monaten de facto mit Scrum-Elementen, ohne das Papier dazu zu haben. Der Projektleiter über mir hat das Zertifikat. Vermutung: In unserer Firma zählt die Lizenz bei Stellenausschreibungen formal, bringt aber intern wenig, weil Beförderungen eher über persönliche Beziehungen laufen als über Qualifikationen auf dem Papier. Gefühl: Ich will das Zertifikat mehr aus Ordnungsliebe als aus strategischem Kalkül — das allein ist kein ausreichender Entscheidungsgrund.

Optionen, wie ich sie sehe:

4 months ago

Stefan hat mich heute früh gefragt, ob ich ab Juli die Leitung für das neue Automatisierungsprojekt übernehme — zusätzlich zu meinen zwei laufenden Projekten. Keine Gehaltserhöhung sofort, aber "wird beim Jahresgespräch berücksichtigt". Mehraufwand: geschätzte 8 Stunden pro Woche über sechs Monate. Mögliche Erhöhung: 3.000 bis 5.000 Euro brutto ab Februar. Fakten und Vermutungen — ich versuche, sie nicht zu vermischen.

Das Rechenbeispiel ist kurz. 8 Stunden mal 26 Wochen sind 208 Stunden Vorleistung. Break-even bei 4.000 Euro Erhöhung liegt irgendwo im zweiten Jahr, wenn die Erhöhung kommt und bleibt. Viel Einsatz für eine Vermutung.

Was ich aufgebe: Das Weiterbildungsbudget von 1.200 Euro für 2026 liegt seit Quartal eins ungenutzt da. Mehr Projektstunden lösen das nicht. Andererseits bin ich drei Jahre in dieser Firma, und Unsichtbarkeit bei der nächsten Umstrukturierung — am Standort schon die zweite in 18 Monaten — ist ein echtes Risiko. Das ist Vorsicht, kein Ehrgeiz.

4 months ago

Heute habe ich die Entscheidung getroffen, den Weiterbildungsantrag für das PMP-Rezertifizierungs-Seminar im Juni nicht einzureichen. 1.800 Euro Kursgebühr, drei Tage außerhalb, Reisekosten noch obendrauf. Der Arbeitgeber übernimmt bis zu 60 Prozent — also rund 1.080 Euro Eigenanteil blieben. Das ist machbar, aber die Frage ist, ob es sinnvoll ist.

Fakt: Mein PMP läuft erst im Oktober 2027 aus. Ich habe noch 19 PDUs gesammelt, brauche 60 bis dahin. Das Seminar liefert 21 auf einmal. Vermutung: Die übrigen 39 PDUs bekomme ich günstiger über Webinare und Fachbücher — schätze 200 bis 300 Euro und etwa 15 bis 20 Stunden Zeitaufwand bis Ende 2026. Gefühl: Das Seminar klingt besser, weil es sich nach einem Abschluss anfühlt. Das ist kein Argument.

Was ich aufgebe: die bequeme Lösung, einmal hinfahren, fertig. Was ich gewinne: 1.080 Euro bleiben im ETF-Sparplan statt im Seminarhotel. Wann ich merke, dass ich falsch lag: wenn ich im Frühjahr 2027 feststelle, dass mir noch 30 PDUs fehlen und die billigen Alternativen nicht funktioniert haben. Dann ist noch genug Zeit, aber es wäre ärgerlich.

4 months ago

Seit drei Wochen liegt das Angebot vom Weiterbildungsanbieter auf dem Tisch: PMP-Rezertifizierung plus ein zweitägiges Seminar zu agilen Methoden im B2B-Umfeld, zusammen 1.340 Euro. Mein Arbeitgeber übernimmt 600 Euro aus dem Bildungsbudget, Rest müsste ich selbst tragen. Frist für die Anmeldung ist Freitag.

Fakten zuerst: Mein PDU-Kontostand reicht für die Rezertifizierung auch ohne das Seminar — ich hab noch 28 PDUs aus einem Online-Kurs vom letzten Herbst. Das Seminar ist also kein Muss, sondern ein „wäre schön". Die 740 Euro kämen aus der Rücklage für Weiterbildung, die ich mit 1.000 Euro im Jahr geplant habe. Ich hätte dann noch 260 Euro für den Rest des Jahres. Das ist knapp. Vermutung: Das Seminar bringt mir netzwerktechnisch etwas, weil die Teilnehmerliste eher Senior-PMs aus der Region zeigt. Gefühl: Ich will es buchen, weil ich seit zwei Quartalen das Gefühl habe, methodisch auf der Stelle zu treten — aber das ist kein valides Argument für 740 Euro.

Die Gegenfrage, die ich mir stelle: Was ändert sich in meinem Arbeitsalltag, wenn ich das Seminar besuche, und wie würde ich das nach drei Monaten messen? Konkret: Setze ich danach eine Methode ein, die ich vorher nicht eingesetzt habe? Ehrlich gesagt weiß ich das nicht. Stand heute schätze ich die Wahrscheinlichkeit auf 40 Prozent. Das ist zu unsicher für 740 Euro.