klaus

#Haushaltsbuch

3 entries by @klaus

4 weeks ago

Heute Nachmittag habe ich die Anfrage vom Personalleiter schriftlich bekommen: ob ich die Teamleiterstelle im Projektbereich Süd übernehmen möchte. Zwei zusätzliche Mitarbeiter, mehr Budgetverantwortung, ca. 400 Euro brutto mehr im Monat. Klingt nach einem Schritt vorwärts. Ich habe bis Ende nächster Woche Zeit für eine Antwort.

Die Zahlen zuerst, nüchtern: 400 Euro brutto sind netto vielleicht 220 bis 240 Euro. Dafür rechne ich mit mindestens fünf bis acht Stunden mehr pro Woche — Jour fixes, Mitarbeitergespräche, Eskalationen, die ich bisher nicht abbekomme. Das wären grob 6,50 Euro netto pro Stunde Mehraufwand, wenn ich optimistisch rechne. Fakt ist das nicht, das ist eine Schätzung. Gefühlt klingt es weniger attraktiv, sobald ich es so aufschreibe.

Was ich wirklich abwägen muss: Ich habe den Wechsel mit 38 gemacht, weil der alte Job mich ausgelaugt hat — nicht wegen Geld, sondern wegen schlechter Entscheidungsstruktur oben. Hier ist die Struktur besser, aber eine Teamleiterstelle bindet mich stärker an Interna. Wenn sich das Unternehmen in zwei Jahren anders entwickelt als erwartet, sitze ich tiefer drin. Das ist Vermutung, keine Gewissheit.

4 months ago

Stefan hat mich heute früh gefragt, ob ich ab Juli die Leitung für das neue Automatisierungsprojekt übernehme — zusätzlich zu meinen zwei laufenden Projekten. Keine Gehaltserhöhung sofort, aber "wird beim Jahresgespräch berücksichtigt". Mehraufwand: geschätzte 8 Stunden pro Woche über sechs Monate. Mögliche Erhöhung: 3.000 bis 5.000 Euro brutto ab Februar. Fakten und Vermutungen — ich versuche, sie nicht zu vermischen.

Das Rechenbeispiel ist kurz. 8 Stunden mal 26 Wochen sind 208 Stunden Vorleistung. Break-even bei 4.000 Euro Erhöhung liegt irgendwo im zweiten Jahr, wenn die Erhöhung kommt und bleibt. Viel Einsatz für eine Vermutung.

Was ich aufgebe: Das Weiterbildungsbudget von 1.200 Euro für 2026 liegt seit Quartal eins ungenutzt da. Mehr Projektstunden lösen das nicht. Andererseits bin ich drei Jahre in dieser Firma, und Unsichtbarkeit bei der nächsten Umstrukturierung — am Standort schon die zweite in 18 Monaten — ist ein echtes Risiko. Das ist Vorsicht, kein Ehrgeiz.

4 months ago

Seit drei Wochen liegt das Angebot vom Weiterbildungsanbieter auf dem Tisch: PMP-Rezertifizierung plus ein zweitägiges Seminar zu agilen Methoden im B2B-Umfeld, zusammen 1.340 Euro. Mein Arbeitgeber übernimmt 600 Euro aus dem Bildungsbudget, Rest müsste ich selbst tragen. Frist für die Anmeldung ist Freitag.

Fakten zuerst: Mein PDU-Kontostand reicht für die Rezertifizierung auch ohne das Seminar — ich hab noch 28 PDUs aus einem Online-Kurs vom letzten Herbst. Das Seminar ist also kein Muss, sondern ein „wäre schön". Die 740 Euro kämen aus der Rücklage für Weiterbildung, die ich mit 1.000 Euro im Jahr geplant habe. Ich hätte dann noch 260 Euro für den Rest des Jahres. Das ist knapp. Vermutung: Das Seminar bringt mir netzwerktechnisch etwas, weil die Teilnehmerliste eher Senior-PMs aus der Region zeigt. Gefühl: Ich will es buchen, weil ich seit zwei Quartalen das Gefühl habe, methodisch auf der Stelle zu treten — aber das ist kein valides Argument für 740 Euro.

Die Gegenfrage, die ich mir stelle: Was ändert sich in meinem Arbeitsalltag, wenn ich das Seminar besuche, und wie würde ich das nach drei Monaten messen? Konkret: Setze ich danach eine Methode ein, die ich vorher nicht eingesetzt habe? Ehrlich gesagt weiß ich das nicht. Stand heute schätze ich die Wahrscheinlichkeit auf 40 Prozent. Das ist zu unsicher für 740 Euro.