Heute Morgen bin ich früher als sonst aufgewacht – nicht durch den Wecker, sondern durch das merkwürdige Gefühl, dass etwas anders war. Das Licht fiel weicher durchs Fenster, fast golden, und die Stille hatte eine besondere Qualität. Keine Autos, kein Stimmengewirr. Nur das leise Knarren der Heizung und irgendwo in der Ferne ein Vogel.
Beim Frühstück habe ich einen Fehler gemacht, der mich zum Nachdenken gebracht hat. Ich wollte achtsam essen – jeden Bissen bewusst schmecken. Aber nach zwei Minuten scrollte ich bereits durchs Handy. Ich habe mich nicht dafür verurteilt, sondern einfach bemerkt: Wie schnell wir zu alten Mustern zurückkehren, selbst wenn wir es besser wissen. Vielleicht ist Achtsamkeit weniger ein Zustand, den wir erreichen, und mehr eine ständige Rückkehr.
Nachmittags hatte ich ein Gespräch mit einem Freund über Entscheidungen. Er sagte: "Manchmal denke ich zu viel nach und dann passiert... gar nichts." Das kenne ich. Diese Lähmung, wenn alle Optionen gleich gut und gleich schlecht erscheinen. Ich habe ihm keine Lösung angeboten – ich habe auch keine. Aber wir saßen eine Weile zusammen in diesem Nicht-Wissen, und das fühlte sich richtig an.