Heute Morgen im Tram, Linie 7, kurz nach acht. Draußen leichter Regen, die Scheibe neben mir übersät mit kleinen Tropfen. Die meisten ruhten fast still, kaum einen Millimeter groß. Dann berührten sich zwei – und sofort liefen sie zusammen, rollten nach unten, sammelten weitere ein, wurden schneller. Ich musste innehalten.
Die Frage: warum laufen Tropfen zusammen, und warum warten sie erst so lange?
Das zentrale Prinzip ist die Oberflächenspannung – die Tendenz einer Flüssigkeit, ihre freie Oberfläche zu minimieren. Für Wasser bei Raumtemperatur beträgt sie etwa 72 mN/m (ein Lehrbuchswert). Wenn zwei Tropfen sich berühren, ist ein gemeinsamer größerer energetisch günstiger: eine Kugel hat weniger Oberfläche pro Volumen als zwei kleinere. Der Zusammenfluss ist daher zwingend und passiert quasi instantan.